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Oktober 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Spielberg (SID) Zwei Schumachers und eine Laureus-Preisträgerin: Soll Deutschland nicht von der Formel-1-Landkarte verschwinden, müssen die Nachwuchshoffnungen abliefern.

Wieder einmal trägt die Hoffnung des deutschen Motorsports den Namen Schumacher. Die Formel-1-Zukunft des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel ist nach Bekanntwerden seiner Demission bei Ferrari zum Saisonende höchst unsicher, und so ging der Blick beim Auftakt der Königsklasse in Spielberg/Österreich Anfang Juli auch ins Rahmenprogramm.

Mick Schumacher, Sohn von Formel-1-Rekordchampion Michael Schumacher, trägt längst die schwere Bürde, der Motorsport-Hoffnungsträger einer ganzen Nation zu sein. Mehr als das: Die ganze Welt ist begierig zu erfahren, wie viel vom Renngenie seines Vaters an den 21-Jährigen vererbt wurde.

Nach dem Lehrjahr 2019 mit einem Rennerfolg und vielen Rückschlägen will und muss Schumacher in der Formel 2 zulegen, um die letzte Stufe zu nehmen. Der langjährige Formel-1-Pilot Nick Heidfeld glaubt fest an Schumacher. „Mick hat es drauf“, schrieb der Mönchengladbacher in seiner Sky-Kolumne – und hält sogar einen Aufstieg zum Formel-1-Team Alfa Romeo noch in der Saison 2020 für möglich: „Antonio Giovinazzi könnte der Leidtragende sein, wenn er wie zu Beginn der letzten Saison im Schatten von Kimi Räikkönen steht. Micks Chance könnte früher kommen, als viele denken.“

Voraussetzung hierfür sind Top-Ergebnisse im Formel-1-Unterbau, dessen erste zwei Saisonrennen auf dem Red-Bull-Ring anstanden. Prema-Pilot Schumacher zählte in den Sozialen Medien zuletzt die Tage runter bis zum verspäteten Auftakt, posierte beim Krafttraining mit aggressiver Kurzhaarfrisur.

Eine Klasse darunter will sich sein zwei Jahre jüngerer Cousin David Schumacher seine Sporen verdienen. Der Sohn des früheren Formel-1-Stars Ralf Schumacher ist wie Laureus-Preisträgerin Sophia Flörsch („Comeback des Jahres“ nach ihrem schweren Unfall in Macau) aus deutscher Sicht in die Formel 3 aufgestiegen.

„Die Konkurrenz ist sicher nicht schlecht. Es wird nicht einfach“, sagte der in Salzburg aufgewachsene Schumacher vor seinem Debüt: „Es freut mich, dass es endlich losgeht, noch dazu nicht weit weg von Zuhause! Es wird ein gutes Wochenende, ich kenne den Red Bull Ring von früheren Einsätzen.“

Aufgrund ihrer Namen und ihrer Vita stehen der Charouz-Pilot Schumacher und die Campos-Fahrerin Flörsch durchaus im Fokus, doch der 20-jährige Iserlohner David Beckmann geht beim italienischen Team Trident bereits in seine zweite Formel-3-Saison und gilt als aussichtsreichster deutscher Kandidat für vordere Platzierungen. In seiner Garage begrüßt er in diesem Jahr den Bochumer Lirim Zendeli, Meister der ADAC Formel 4 in der Saison 2018.