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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln (SID) Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei der Rückkehr der Formel 1 zum Nürburgring Fans zugelassen sein werden. Die Planungen für das Rennen am 11. Oktober laufen.

Nicht nur die Deutsche Fußball Liga (DFL) arbeitet an einem Konzept für die Rückkehr der Fans – auch die Organisatoren des Nürburgrings wollen möglichst bald wieder Motorsport mit Zuschauern an der Rennstrecke sehen. Vielleicht sogar schon bei der überraschenden Rückkehr der Formel 1 am 11. Oktober auf den Kurs in der Eifel?

„Das Ziel ist es, mit Zuschauern zu fahren. Wir werden in Kürze mit Konzepten mit den Behörden in die Diskussion einsteigen“, sagte Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort dem SWR, nachdem seine Strecke Ende Juli den Zuschlag für die Königsklasse erhalten hatte.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Fans bei Sebastian Vettels letztem Formel-1-Rennen in Deutschland für Ferrari dabei sein könnten. Zwar sind Großveranstaltungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 31. Oktober verboten – aufgrund der Struktur an der Rennstrecke mit ihren weitläufigen Tribünen und Außenbereichen ließe sich der vorgeschriebene Abstand mit einer limitierten Anzahl an Zuschauern jedoch einhalten.

Einige Aspekte gelte es zu beachten, damit beim Großen Preis der Eifel alles geregelt abläuft, so Markfort: „Welche Sitzreihen können wir belegen, welche Zuwege zu den Tribünen gibt es, wie sieht es mit dem Catering oder der Anfahrt aus?“ Grundsätzlich sei er jedoch optimistisch. Und zwar nicht nur mit Blick auf die Königsklasse, sondern auch um den normalen Betrieb der Rennstrecke, auf der unter anderem die DTM, das ADAC GT Masters, das 24-Stunden-Rennen und die VLN starten werden, wieder Fans zugänglich zu machen.

Bei den Verhandlungen mit der Formel 1 sollen die Zuschauer aber keine Rolle gespielt haben, sagte Markfort dem Portal Motorsport-Magazin.com. Vielmehr wäre es „betriebswirtschaftlich schwierig“, mit Zuschauereinnahmen zu rechnen. „Wir wollen am Ende kein Fiasko erleben, sodass der Deal immer ohne Zuschauer ist“, stellte er klar.

Allerdings ließ Markfort ein Hintertürchen offen. „Momentan“ gäben es die behördlichen Genehmigungen „erst einmal nicht her“, dass Fans anwesend sein dürfen. Dies könnte sich mit einem entsprechenden Konzept jedoch ändern.

Am 24. Juli hatte die Formel 1 bekannt gegeben, dass auf dem Nürburgring erstmals seit Vettels Sieg im Red Bull im Jahr 2013 wieder ein Wettbewerb der Königsklasse ausgetragen wird. Zudem wurden weitere Rennen im portugiesischen Portimao (25. Oktober) sowie in Imola/Italien (1. November) angesetzt, insgesamt stehen nun also 13 Läufe fest.

Ursprünglich hatte der Kalender kein Rennen in Deutschland vorgesehen, aufgrund des vergleichsweise geringen Infektionsgeschehens rückten der Nürburgring und Hockenheim aber wieder in den Fokus. Den Zuschlag erhielt letztlich der Traditionskurs in der Eifel.

Perspektivisch – also für die Zeit nach Corona – wird es der Standort Deutschland jedoch schwer haben, im Terminkalender der Formel 1 einen Platz zu ergattern. Andernorts lässt sich für die Königsklasse mehr Geld verdienen, außerdem scheuen die deutschen Strecken die hohen Kosten.

Markfort brachte daher erneut ein jährliches Abwechseln mit Hockenheim ins Spiel: „Die Hoffnung, dass auch zukünftig ein Deutschland-GP stattfinden kann, sollte man nie aufgeben.“