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Dezember 2020

Landessportbünde

Mehr als ein Drittel aller Rheinland-Pfälzer gehört einem im Landessportbund organisierten Sportverein an. Genau 1.398.262 Mitgliedschaften meldeten die 5.982 Mitgliedsvereine ihrem Dachverband. Trotz eines Rückgangs um 0,31 Prozent bzw. 4.363 Vereinsmitgliedschaften im Vergleich zum Vorjahr bleibt der Sport in Rheinland-Pfalz eine zentrale Größe in der Gesellschaft – mit einer starken Basis an Vereinen.

In der aktuellen Bestandserhebung des LSB sind alle Vereinsmitgliedschaften zum Stichtag 1. Januar 2020 erfasst. Die Zahl der Sportvereine im Land ging um 52 zurück. 5.982 Vereine bedeuten den niedrigsten Wert seit dem Jahr 1994. Der Organisationsgrad, also der Anteil der Rheinland-Pfälzer, die als Mitglied in einem Sportverein registriert sind, ist mit 34,24 Prozent weiterhin hoch und liegt deutlich über dem bundesweiten Organisationsgrad. „Vereinssport ist nach wie vor attraktiv und gefragt“, freut sich der kommissarische LSB-Präsident Jochen Borchert im Interview. „Er verbindet die meisten Rheinland-Pfälzer und ist ein stabiler Anker des sozialen Zusammenhalts im Land.“

Laut Borchert handelt es sich beim Sport wie gehabt um die größte und mitgliederstärkste Bürgerbewegung im Land. Dies sei ein Verdienst aller Personen, die sich in der Regel ehrenamtlich und nicht selten mit jeder Menge Herzblut als Trainer, Übungsleiter, Coach, Betreuer, Abteilungsleiter oder Vorstandsmitglieder in den rheinland-pfälzischen Vereinen einbringen und so Jahr für Jahr unzählige Stunden in ihr Hobby investieren. Borchert weiß: „Ohne dieses Engagement und die zahlreichen Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsleistungen, zu denen die großen wie die kleinen Sportvereine in RLP beitragen, wäre unsere Gesellschaft um einiges ärmer.“

Sport für Ältere weiterhin gefragt

Der Trend, dass der Sport für Ältere an Bedeutung gewinnt, hält an. Allerdings schwächt er sich ab. Die Gruppe der über 60-Jährigen ist von den sieben Altersgruppen wie schon im Vorjahr nicht mehr diejenige mit dem größten Mitgliederzuwachs. 289.203 Mitgliedschaften und damit fast 4.000 Mitglieder mehr als in der Vorjahresstatistik zählt der LSB in dieser Altersklasse (+1,39 Prozent). Damit ist jede/r fünfte Vereinssportler*in in RLP über 60. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat die Gruppe der jungen und nicht mehr ganz so jungen Senioren gar um satte 120.049 Personen oder 71 Prozent zugelegt. Laut Borchert spielt in einer älter werden Gesellschaft Bewegung und gemeinsames Sporttreiben für immer mehr Menschen eine zentrale Rolle. Längst hat sich herumgesprochen, dass – wer sich moderat bewegt und dazu gesund ernährt – seine Chancen spürbar erhöht, bis ins hohe Alter körperlich und geistig vital daher zu kommen.

Dieses Wissen schlägt sich in diversen Vereinsangeboten nieder und spiegelt sich auch in den Mitgliederzahlen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge – die so genannten Babyboomer – in absehbarer Zeit ebenfalls in diese Altersklasse rutschen, ist hier ein weiteres Plus zu erwarten. Die Vereine tun daher gut daran, ihre Angebote entsprechend zu modifizieren. Wobei die 60-Jährigen heutzutage um einiges agiler sind als noch vor 30, 40 Jahren. In einer Sportart wie Tischtennis nehmen zum Teil auch 65- oder 75-Jährige noch am Wettkampfbetrieb teil und messen an den grünen oder blauen Platten ihre Kräfte mit Kontrahenten, die (wenn nicht ihre Enkel dann doch zumindest) ihre Kinder sein könnten.

Größter Zuwachs bei den ganz Kleinen

Nachdem die Altersgruppe der Kinder bis sechs Jahre von 2016 auf 2017 den mit Abstand größten Zuwachs (8.377 Mitglieder) zu verbuchen hatte und anschließend ein Mitgliederschwund von 3,63 Prozent (2.805 Jungen und Mädchen) registriert worden war, gab es 2018 einen Zuwachs von 2,11 Prozent auf 75.986 Mitglieder, der sich 2019 verstärkte (plus 3.048 Mitgliedschaften bzw. plus 4,01 Prozent). Einen Anstieg der Zahlen weist die Statistik wie zuletzt immer auch wieder bei den 27- bis 40-Jährigen aus (3.292 Mitgliedschaften/plus 1,61 Prozent).

Schwund bei Schülern hält an

Wahr ist aber auch: Bei den Schülern zwischen 15 und 18 Jahren hat sich der Abwärtstrend, der im Jahr 2013 eingesetzt hat, unvermindert fortgesetzt. Der Schwund gegenüber dem Vorjahr betrug 3,50 Prozent – in absoluten Zahlen 3.429. Nach wie vor rückläufig sind die Zahlen auch bei den Schülern zwischen 7 und 14 Jahren – minus 0,64 Prozent bzw. 1.454 Mitgliedschaften – bei den jungen Erwachsenen zwischen 19 und 26 Jahren – minus 1,30 Prozent bzw. 1.807 Mitgliedschaften – sowie bei der mit 26,12 Prozent mit Abstand größten Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen – minus 2,14 Prozent bzw. 7.968 Mitgliedschaften.

Quelle: www.lsb-rlp.de