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November 2020

Landessportbünde

„Was macht der LSB eigentlich konkret in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit?“ – Das war die zentrale Frage von jungen Engagierten an LSB-Präsident Stefan Klett. „Bei mir rennen Sie offene Türen ein“, sagte Klett Anfang Oktober bei einem ersten Treffen in Duisburg. „Wir nehmen die Thematik ernst und streben an, Klima- und Umweltschutz in der Zielvereinbarung 2023-2027 mit der Landesregierung zu verankern.“

Dies sei im Einklang mir den Zielen der Berliner Erklärung in der sich 2019 alle Landessportbünde in Deutschland der Nachhaltigkeit im Sport verpflichtet hatten. Klett hob hervor, dass „Klima- und Umweltschutz/Nachhaltigkeit“ in der programmatischen Planung des LSB für die kommenden zehn Jahre ein wichtiger Baustein sei.

Zu dem Gespräch trafen sich die Sprecherinnen der Freiwilligendienste, die sich das Thema „Klimaschutz“ auf die Fahnen geschrieben haben, mit LSB-Präsident Klett, Jens Wortmann (Vors. der Sportjugend NRW), seinem Stellvertreter Julian Lagemann sowie der zuständigen LSB-Referentin Simone Theile.

Mit Plakaten wie „Es gibt keinen Planet B“ unterstrichen die Sprecherinnen ihr Anliegen und zeigten sich durchaus kritisch. Landessprecherin Michelle Brillert: „Führt der LSB den Öko-Check, den er den Vereinen empfiehlt,  eigentlich auch in seiner eigenen Geschäftsstelle und in den Einrichtungen durch?“ „Das wurde in der Tat noch nicht gemacht“, musste Simone Theile feststellen, die dafür allerdings gute Chancen in der Zukunft sieht.

Energetisch umgebaut

Klett wies darauf hin, dass bereits heute bei LSB-Baumaßnahmen umweltschonende Technik eingesetzt werde. „Für unser Sport- und Tagungszentrum in Hachen wurde zum Beispiel in zwei Blockheizkraftwerke investiert.“ Mit Blick auf die drei Olympiastützpunkte und ihre Außenstellen, die in Trägerschaft des LSB sind, versprach er, dass  die Energiebilanz dieser Einrichtungen auf den Prüfstand kommen soll.

Sprecherin Nele Helmes regte eine Müllsammelaktion in den Vereinen an. Eingebettet in Aktionswochen könne er sich eine solche Initiative zwar gut vorstellen, sagte Klett, appellierte jedoch: „Ehrenamtliche Vorstände haben viel um die Ohren. Wir müssen als Landesorganisation gut überlegen, wie wir motivieren, statt zu überfordern.“  Jens Wortmann ergänzte. „Das Problembewusstsein ist ja sehr wohl vorhanden, es hapert beim Lösungsbewusstsein.“ So herrsche oft noch die Meinung vor, dass Nachhaltigkeit teuer sei. „Dabei sind die Mehrkosten nur ca, zehn Prozent höher.“ Aus der Vereinspraxis bestätigte Sprecherin Nele Helmes. „Das Thema ist durch Alltagsprobleme überlagert. Obwohl es Möglichkeiten gäbe.“

Wortmann und Lagemann plädierten dafür, das Thema Umweltschutz in den Ausbildungen ÜL-C und Vereinsmanager zu etablieren. „Wir sollten darüber hinaus die 550 Freiwilligendienstleistenden als Multiplikatoren nutzen“, regte Lagemann an, der daran erinnerte, dass Nachhaltigkeit eine soziale Dimension habe. Das beträfe Produktionsbedingungen von Bällen ebenso wie Gleichstellung oder den Zugang zum Sport.

Bäume pflanzen in Hachen

Einmal in Fahrt, kamen viele Ideen auf den Tisch, von einer Baumpflanz-Aktion in der Nähe des Sport- und Tagungszentrums in Hachen bis zu Tagungs-Kugelschreibern aus Holz. „In einem Netzwerk von über 18.000 Vereinen können wir viele Menschen erreichen. Das geht jedoch nicht per Beschluss, sondern nur im Miteinander“, betonte der LSB-Präsident mit Blick auf das Verbundsystem, „es gilt das Know how der Fachverbände zu nutzen. Kanuten, wissen, wie man beim Gewässerschutz unterwegs ist, Segler wissen was ein Habitat ist.“  

LSB-Referentin Simone Theile wünschte sich eine umfassende Konzeption für den Sport in NRW: „Unser Blick kann dahin gehen, wie der LSB seinen Dienstwagen-Fuhrpark umweltfreundlicher macht oder wie sich der einzelne Sportverein, Bund oder Verband energetisch besser aufstellt. Aber das ist jeweils  ’nur‘ Stückwerk. Wir brauchen einen größeren Plan.“

Kletts Fazit: „Wir haben mit der Unterzeichnung der Berliner Erklärung und dem Beitritt zu ‚Sports For Future# ein Signal gesetzt. Coronabedingt haben sich Ressourcen verschoben. Aber wir sind uns einig, dass die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den nächsten zehn Jahren eine hohe Priorität haben. Zur Umsetzung bedarf es der Partizipation und Kommunikation.“

Das Fazit der Freiwilligendienst-Sprecherinnen: „Wir wurden ernst genommen und werden verfolgen, was der LSB umsetzt.“

Quelle: www.lsb-nrw.de