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Dezember 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Paris (SID) Kevin Krawietz und Andreas Mies stehen an ihrem „magischen Ort“ Paris wieder im Halbfinale, Laura Siegemund will nachziehen und ihren größten Erfolg feiern.

Kevin Krawietz knabberte hochzufrieden an seinem Bananenbrot und richtete schon den Blick aufs Halbfinale. „Alle Schläge sind da, wir haben viele gute Matches gehabt“, sagte der 28-jährige Coburger, der mit Andreas Mies voll auf Kurs Titelverteidigung liegt: „Jetzt müssen wir gut regenerieren und den Kopf wieder frei kriegen.“

Am 8. Juni des vergangenen Jahres war Roland Garros für „KraMies“ zum „magischen Ort“ geworden, nun steht das Doppel bei den French Open schon wieder im Halbfinale. Am 6. Oktober gewannen die Davis-Cup-Spieler gegen die an Nummer 13 gesetzten Briten Jamie Murray und Neal Skupski 6:4, 6:4.

Während Krawietz/Mies bei dem Grand-Slam-Turnier in der französischen Hauptstadt immer mehr zum Inventar gehören, hat sich das Feld der deutschen Teilnehmer fast komplett gelichtet. Neben dem Erfolgsduo ist nur noch Laura Siegemund im Rennen. Sie kämpft am 7. Oktober gegen die an Nummer sieben gesetzte Tschechin Petra Kvitova um den größten Erfolg ihrer Grand-Slam-Karriere.

„Ein lockeres Training, am Nachmittag viel Physiotherapie und die Beine hochlegen“, sagte sie dem SID zu ihrer Vorbereitung auf das Duell mit der zweimaligen Wimbledonsiegerin: „Währenddessen taktische Planung fürs kommende Match, dann früh ins Bett.“

Ähnlich sieht der Ablauf für Krawietz und Mies am Mittwoch aus, bevor es am 8. Oktober gegen die US-Open-Finalisten Wesley Koolhof/Nikola Mektic (Niederlande/Kroatien/Nr. 9) oder die US-Amerikaner Nicholas Monroe/Tommy Paul um ein Endspielticket geht.

Das deutsche Duo strotzt vor Selbstbewusstsein. „Es ist schön zu sehen, dass es funktioniert, was wir uns vornehmen, und dass wir den Matchplan durchziehen“, sagte der Kölner Mies. Von allzu großem Druck will das Duo nichts wissen. Stattdessen sei es nötig, im Endspurt die nötige Lockerheit zu bewahren, „den Spaßfaktor“, wie sie es nannten.

Die Ablenkung abseits der Anlage ist dabei in diesem Jahr coronabedingt deutlich schwieriger als bei ihrem sensationellen Triumph 2019. Statt in AirBnB-Wohnungen – sie mussten angesichts einer wachsenden Unterstützerschar während des Turniers umziehen – wohnen beide nun in Einzelzimmern, was ihnen nicht so behagt. „Wir sind beide familienorientierte Typen“, sagte Krawietz.

Die fehlende Geselligkeit wird sie aber nicht davon abhalten, wieder das Maximum, den silbernen Pokal, anzustreben. Ihren großen Willen bewiesen Krawietz/Mies im Achtelfinale gegen die Franzosen Benjamin Bonzi und Antoine Hoang, als sie drei Matchbälle abwehrten. „Wir saßen schon dreimal im Auto und waren auf dem Weg nach Hause“, sagte Krawietz. Sie kehrten um und haben weiter die Chance auf die Titelverteidigung.