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Januar 2021

Sport-Informations-Dienst (SID)

Tokio/Berlin (SID) In Japan nimmt die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich zu. Für die Olympia-Macher jedoch kein Grund zur Klage. Im Gegenteil.

Trotz deutlich wachsender Corona-Neuinfektionen in Japan geben sich die Macher der Olympischen Spiele von Tokio im kommenden Jahr voller Zuversicht. „Wir werden unvergessliche Spiele erleben“, versprach IOC-Präsident Thomas Bach nicht ohne Pathos in seiner Neujahrsansprache.

Ähnlich äußerte sich Japans Regierung, die sich in den zurückliegenden Krisenmonaten stets als treuer Partner des IOC erwies. Premierminister Yoshihide Suga bekräftigte laut BBC, dass „die Spiele im Sommer stattfinden werden“ und dass diese auch „sicher“ seien.

Bach sprach den japanischen Organisatoren der um ein Jahr verschobenen Spiele ein großes Lob aus. Tokio sei nach wie vor „die am besten vorbereitete Olympia-Stadt aller Zeiten“, meinte der 66-Jährige. Man könne den japanischen Partnern für ihr großes Engagement und ihre Entschlossenheit nur danken.

Wie der deutsche IOC-Präsident weiter erklärte, sprechen sich sowohl das Internationale Olympische Komitee (IOC) als auch Tokio 2020 dafür aus, die Spiele im Sommer „auf eine sichere Art und Weise für alle Teilnehmer zu organisieren und Olympia für eine Welt nach Corona fit zu machen.“

Trotz aller Begeisterung dürfte aber auch den Tokio-Machern nicht entgangen sein, dass die Corona-Sorgen im Land des Olympia-Gastgebers wieder wachsen. Zum ersten Mal wurden innerhalb eines Tages für Tokio mehr als 1000 Neuinfektionen vermeldet. Am 31. Dezember registrierten die Behörden 1337 neue Fälle, am Neujahrstag waren es 783.

Tokios Gouverneurin Yuriko Koike warnte sogar davor, dass die Anzahl der Infektionen noch „explodieren“ könnte. Laut der Johns Hopkins University hat Japan insgesamt 239.041 Coronafälle zu beklagen, 3337 Todesfälle wurden in Zusammenhang mit der Pandemie registriert.

In der Bevölkerung hielt sich die Begeisterung für Olympia zuletzt ohnehin in Grenzen – auch, weil die Kosten deutlich anstiegen. Der Etat wurde jetzt mit knapp 13 Milliarden Euro angegeben, die Mehrkosten durch die Verschiebung um ein Jahr würden –  so die Organisatoren von Tokio 2020 – 2,29 Milliarden Euro betragen.

Damit könnten die Tokio-Spiele zum teuersten Sommer-Olympia der Geschichte werden. Die zweifelhafte Bestmarke hielten bislang die Spiele 2012 in London, die laut einer Studie der Universität Oxford 12,21 Milliarden Euro gekostet haben sollen.

Nach jüngsten Umfragen der japanischen Rundfunkgesellschaft NHK aus dem Dezember wollten nur noch 27 Prozent der Befragten in Japan die Spiele unterstützen. 32 Prozent befürworteten eine Absage, 31 Prozent sprachen sich für eine erneute Verschiebung aus.
Wegen der Corona-Pandemie waren die Sommerspiele von Tokio im vergangenen März um fast genau ein Jahr verschoben worden. Die zweiten Olympischen Spiele von Tokio nach 1964 finden jetzt vom 23. Juli bis 8. August 2021 statt.