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September 2021

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Tokio (SID) Nach Tokio ist vor Paris. Bereits in drei Jahren beginnen in der französischen Metropole die nächsten Olympischen Sommerspiele. Sie sollen „spektakulärer und vorbildlicher“ werden – und in einer besseren Welt stattfinden.

In den Köpfen der Macher sind die Bilder schon lebendig, und sie sind ziemlich bunt. Olympisches Flair auf den Champs-Élysées, Party-Boote auf der Seine und endlose, jubelnde Menschenmassen drumherum – Paris will mit den Spielen 2024 ein Sommerfest feiern, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Ohne Pandemie, mit Zuschauern. Und damit ganz anders als Tokio im Jahr 2021.

Der Corona-Schleier lag bis zum Schlussakt am Sonntag über den Tagen in Japan, bis zur Übergabe der Olympischen Flagge an die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Die Spiele in drei Jahren, das verspricht Organisationschef Tony Estanguet, sollen nun „spektakulärer“ werden und „vorbildlicher“ als alles bisher Dagewesene. Vor allem sollen sie Bilder um die Welt schicken, die dem IOC und Frankreich Milliarden bringen werden.

Wettkämpfe im Schatten des Eiffelturms, auf der Place de la Concorde oder vor dem Schloss Versailles: Wenn die Welt zusieht – darunter auch Millionen Amerikaner – könnte der durch die Pandemie ausgebremste Tourismus wieder angekurbelt werden. Die Stadt der Liebe als Bühne eines gigantischen Schauspiels, die besten Sportler der Welt in den Haupt- und Nebenrollen. Das ist der Traum.

Zum Albtraum könnten die Herausforderungen werden, besonders jene, die noch nicht abzusehen sind. Gewissheiten gehören ohnehin der Vergangenheit an, oder wer hat vor zwei Jahren ernsthaft daran geglaubt, dass in Tokio olympische Geisterspiele gegen den Willen der Gastgeber in einer gigantischen Sportblase eine Option sind?

„Wir wissen noch nicht, in welchem Kontext die Spiele stattfinden werden“, sagte Estanguet der französischen Nachrichtenagentur AFP, ziemlich sicher sei nur, „dass wir mit klimatischen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten konfrontiert werden“. Dafür gilt es Lösungen zu finden, ein Plan A reicht längst nicht mehr aus. Für die Veranstalter beginnt schon heute „ein Marathon mit der Geschwindigkeit eines 100-m-Sprints“, wie Estanguet sagt.

Im Ziel soll eine Eröffnungsfeier stehen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Sie zieht aus dem Stadion ins Zentrum, sie werde „einmalig und revolutionär“ schwärmt Staatspräsident Emanuel Macron bereits. Noch fehlen viele Details für die Zeremonie am 26. Juli 2024, bekannt ist, dass eine Party auf Lastkähnen auf der Seine geplant ist mit Hunderttausenden Schaulustigen am Ufer. „Im Herzen der Stadt“, wie Estanguet sagt, in legendären Arenen und an traditionsreichen Schauplätzen.

Die Champs-Élysées, sportlich berühmt für die Schlussetappe der Tour de France, gehören zum Konzept, wenn die Spiele nach 100 Jahren zurück nach Paris kommen. Ebenso das Grand Palais oder das Stade Roland Garros, in dem Tennis, Handball und Boxen stattfinden sollen. Skateboard im Jardin des Tuileries, die französische Trendsportart Breakdancing direkt nebenan – Olympia soll zu den Menschen kommen.

Da machen nur die Surfer eine Ausnahme. Ihre Wettkämpfe finden in Teahupoo statt, vor der Küste von Tahiti auf Französisch-Polynesien. Auch dort werden „spektakuläre“ Bilder entstehen. Wie das alles mit dem Versprechen von „klimapositiven“ Spielen in Einklang zu bringen ist? Auch darauf müssen Estanguet und seine Mitstreiter noch Antworten finden.