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September 2021

Sport-Informations-Dienst (SID)

München (SID) Spätestens 2023 soll ein NFL-Spiel in Deutschland stattfinden. Auch durch Profis wie Jakob Johnson oder Amon-Ra St. Brown steigt die deutsche Relevanz in der größten Football-Liga der Welt.

Ein Spiel der New England Patriots in Deutschland? Das wäre für Jakob Johnson das Größte. „Ich versuche, jeden hier zu bearbeiten, dass die Patriots den Zuschlag erhalten – weil ich denke, dass das der entscheidende Schritt ist“, sagt der Fullback aus Stuttgart über ein mögliches NFL-Spiel seines Teams in der Heimat.

Für spätestens 2023 hat die National Football League ein Spiel auf deutschem Boden in Aussicht gestellt, sogar für die kommende Saison bestehe eine Möglichkeit. Denn Deutschland sei der größte Markt auf dem alten Kontinent, betonte NFL-Europa-Chef Brett Gosper bei ran: „Es wird ein Spiel in Deutschland geben. Die Frage ist nur noch, wann und wo.“

Die Stadien in Berlin, Dortmund und München hatte Gosper als „sehr gute Kandidaten“ bezeichnet, auch Frankfurt und Hamburg gelten als Option. Die endgültige Entscheidung soll es im Dezember geben.

Ein Spiel in Deutschland könne die Football-Begeisterung dort weiter vergrößern und dafür sorgen, „dass die NFL sieht, wie wichtig der Sport hier ist, wieviele Fans sich hier die Nächte um die Ohren schlagen“, sagte Johnson.

Bereits seit 2007 finden regelmäßig NFL-Spiele der Regular Season in London statt, auch in dieser Saison sind wieder zwei geplant. Schon dort sei „die Begeisterung gestiegen“, sagte Johnson, „und da sind bestimmt 50 Prozent der Leute aus Deutschland angereist.“ Es waren zwar „nur“ 6000, doch die NFL wurde aufmerksam.

Johnson selbst hat seinen Anteil am Aufschwung. In der abgelaufenen Saison hatte er als erst zweiter deutscher Profi einen NFL-Touchdown erzielt, den ersten eines Offensivspielers. Auch für diese Spielzeit schaffte der Fullback den Sprung in den 53-Mann-Kader der Patriots. Der 26-Jährige hält mit dem vielgelobten Rookie Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions die deutsche Fahne hoch.

Der deutsch-amerikanische Wide Receiver würde sich ebenfalls über einen Auftritt in Deutschland freuen. Das fände er „sehr cool“, sagte der 21-Jährige bei Sport1: „Es sieht ja danach aus, vielleicht sind wir dann auch dabei.“

Die NFL-Franchises haben nun die Möglichkeit, sich für die Teilnahme am Spiel in Deutschland zu bewerben – auch um neue Märkte zu erschließen. Ein halbes Dutzend Teams sind interessiert, sagte Gosper. Die NFL geht den internationalen Weg, ab 2022/23 müssen die 32 Teams laut Beschluss mindestens einmal alle acht Jahre eine Begegnung außerhalb der USA spielen.

St. Brown will jedenfalls auch mit vielen gefangenen Yards und Touchdowns für Aufsehen sorgen. Mit seinem Vornamen tut er das bereits. Von seinem Cheftrainer Dan Campbell bekam er in Anlehnung an den ägyptischen Sonnengott Amun-Re einen Spitznamen. „Normalerweise nennt er mich bei meinem richtigen Namen, nur ab und an nennt er mich Sonnengott“, erzählte St. Brown.