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Mai 2022

Sport-Informations-Dienst (SID)

Berlin/Melbourne (SID) Der Einstieg der deutschen Marken Audi und Porsche in die Formel 1 rückt näher. In Australien wurde die Nachricht wohlwollend aufgenommen.

Rekordchampion Lewis Hamilton ist begeistert, Weltmeister Max Verstappen freut sich auf die Zukunft: Der nahende Einstieg der deutschen Marken Audi und Porsche stieß bei den Top-Stars der Formel 1 auf viel Zustimmung und Wohlwollen. Potenzielle Partner brachten sich beim dritten Saisonrennen in Australien bereits in Stellung.

„Es ist großartig, dass wir neue Hersteller in den Sport bekommen“, sagte Mercedes-Star Hamilton in Melbourne: „Es gibt viele Teams, die das Potenzial haben, Top-Teams zu sein, aber Kundenteams sind.“

Zur Saison 2026 könnte sich das ändern. Am 7. April hatte der Aufsichtsrat der Konzernmutter Volkswagen grundsätzlich grünes Licht für eine mögliche künftige Teilnahme der beiden Tochterunternehmen an der Königsklasse gegeben. Eine endgültige Entscheidung hängt aber weiterhin von der genauen Ausgestaltung des Motorenreglements ab, das in vier Jahren greift.

„Vorstand und Aufsichtsrat der Volkswagen AG, der Porsche AG und der Audi AG haben Planungen der beiden Konzernmarken für einen eventuellen Einstieg in die Formel 1 bestätigt“, teilte der Konzern auf SID-Anfrage mit.

Damit besteht die grundsätzliche Möglichkeit eines Einstiegs, eine Entscheidung sei laut Audi aber „noch nicht gefallen, wir befinden uns in der finalen Phase der Bewertung“. Das neue Reglement für die Zeit ab 2026 und für einen nachhaltigeren Sport liege noch nicht vor, dieses sei Voraussetzung für einen möglichen Einstieg.

In diesem Jahr, möglichst schon im Sommer, will der Automobil-Weltverband FIA das Reglement für die neuen Antriebe absegnen. In seinen Grundzügen steht das künftige Motoren-Reglement bereits, die Antriebe sollen einfacher werden: Der eine Elektro-Generator (MGU-H) wird abgeschafft, der andere (MGU-K) liefert dafür deutlich mehr Kilowatt.

Die Leistung der Power-Unit soll dann zur Hälfte aus dem Verbrenner und zur Hälfte aus dem Elektromotor kommen. Zudem soll zu 100 Prozent CO2-neutraler Kraftstoff verwendet werden.

Über mögliche Partnerschaften laufen bereits Gespräche. Für Audi schien lange eine Teilübernahme des Traditionsrennstalls McLaren die wahrscheinlichste Lösung, diese Möglichkeit ist nach Informationen des Fachmagazins auto motor und sport nun aber in den Hintergrund gerückt. Neuer Favorit sei demnach das Schweizer Sauber-Team, das momentan unter dem Namen Alfa Romeo antritt.

Sportdirektor Beat Zehnder zeigte sich in Melbourne offen für eine Kooperation. „Wir sind sicher ein attraktiver Partner, nicht nur für Audi, sondern auch für Porsche“, sagte der Schweizer am Sky-Mikrofon.

Bei Porsche läuft allerdings weiterhin alles auf eine Zusammenarbeit mit dem Topteam Red Bull hinaus. Teamchef Christian Horner ließ in Melbourne verlauten, dass die Anpassung der Pläne der neu geschaffenen Red-Bull-Abteilung für Antriebsstränge mit einem neuen Motorenpartner „sehr einfach“ sei. Die Ankündigung der VW-Gruppe sei eine „großartige Nachricht“, zudem sei es „ganz normal für uns, dass wir mit ihnen sprechen“.

Nicht weniger als der Titel wäre für Red Bull auch mit Porsche das Ziel. „Ich freue mich darauf, was die Zukunft für die Teams bereithält“, sagte Verstappen, der direkt betroffen wäre. Der Niederländer hat seinen Vertrag bei Red Bull unlängst bis 2028 verlängert.