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Februar 2024

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Frankfurt (SID) Die U17 ist nach ihrem historischen Triumph zurück in Deutschland. Am DFB-Campus wurdne die WM-Helden gefeiert.

Mit dem silbernen Pokal in den Händen, den goldenen Medaillen stolz um den Hals betraten Kapitän Noah Darvich und all die anderen umjubelten WM-Helden nach ihrem Sensations-Coup die Bühne am Frankfurter DFB-Campus. Unter dem Applaus von zahlreichen Mitarbeitern, Freunden und Familien wurden die frischgebackenen U17-Weltmeister bei ihrer Rückkehr nach Deutschland am Montag gefeiert. Im Hintergrund prangte in riesigen Lettern: „Wir sind stolz auf euch!“

Am 2. Dezember hatte das Team von DFB-Trainer Christian Wück nach seinem historischen Titel durch den Finalsieg gegen Frankreich noch die Kabine im Manahan Stadion von Surakarta zum Beben gebracht – wie wild die WM-Party wirklich ausfiel, behielt die feierwütige DFB-Auswahl für sich. „Was in Indonesien passiert, bleibt in Indonesien“, sagte Paris Brunner und lachte.

Viel Schlaf hatten der Stürmer von Borussia Dortmund und seine Teamkollegen nach dem Thriller gegen Frankreich und dem stundenlangen Rückflug jedoch nicht bekommen, wie Erfolgscoach Wück verriet. Auch wenn er selbst das Bett der großen Feierei vorgezogen hatte: „Ich war gar nicht dabei“, sagte der 50-Jährige: „Die Jungs sollen sich da austoben und das Ganze genießen“ – für ihn entscheidend: „Es waren alle pünktlich zur Busabfahrt wieder da.“

Auf der weiten Reise von Indonesien zurück nach Frankfurt hatten Wück und seine Spieler immerhin trotz „Schlafdefizit“ etwas Zeit, den sensationellen Triumph zu verarbeiten. „Wir realisieren es langsam“, betonte der Trainer. „Ich glaube, die Freude wird in den nächsten Tagen aber noch größer werden. Es ist etwas Einmaliges, was wir da erreicht haben.“

In einem dramatischen Endspiel hatten sich die DFB-Junioren den ersten WM-Titel in dieser Altersklasse gesichert. Nach nervenaufreibenden 90 Minuten und einer üppigen Nachspielzeit hatte es 2:2 (1:0) gestanden. Den anschließenden Elfmeter-Thriller, den Wücks Team mit 4:3 für sich entschied, hatte selbst DFB-Präsident Bernd Neuendorf „nur im Stehen“ verfolgt, „weil es so spannend war“. Die U17 habe „ein Wintermärchen“ geschrieben, sagte der 62-Jährige: „Es sind tolle Typen, wir können in der Tat sehr stolz sein.“

Der Kölner Fayssal Harchaoui wurde da deutlicher: „Die WM war einfach übertrieben geil. Man hat gesehen, was für ein geiles Team wir sind.“ Eine Meinung, mit der der Mittelfeldspieler nicht alleine war. David Odogu vom VfL Wolfsburg schwärmte von der „unfassbaren Mentalität“ seiner Mannschaft, und Eric da Silva Moreira vom FC St. Pauli rang nach Worten: „Was das Team ausmacht, habe ich noch nie erlebt“, sagte der Abwehrspieler: „Diesen Zusammenhalt, diesen Teamspirit kann man gar nicht beschreiben.“

Auch Wück gebe seine Sensationsmannschaft „nur sehr ungerne“ ab: „Es war eine außergewöhnliche Zeit, weil wir eine Entwicklung hingelegt haben, die in diesen WM-Titel gegipfelt ist“. Nun hofft er auf den nächsten Entwicklungsschritt seiner Schützlinge. Dieser müsse von den Spielern selbst kommen, aber auch in den Vereinen ermöglicht werden, betonte er.

Die Klubs müssten „Mittel und Wege finden, um ihnen Spielzeiten auf höchstem Niveau zu geben“, sagte Wück. Das sei ein „Nadelöhr“, in Deutschland gäbe es „genug Talente, aber wir bekommen es im Moment nicht hin, ihnen im Übergangsbereich Spielzeit zu geben“.

Auf den bisherigen Weg seiner Spieler ist Wück jedenfalls „so dermaßen stolz“. Was seine letzten Worte an die Mannschaft sein werden? „Das kann ich jetzt nicht sagen, das wird spontan passieren.“