Sport-Informations-Dienst (SID)

SiK – Sport in Kürze

Februar 2026
Quelle: APF, v.l. Schwarz, Jaouadi, Märtens

„Finals 2026“: Märtens und Co. mit neuen Schwimm-Formaten: Die deutschen Schwimmer um Olympiasieger und Weltrekorder Lukas Märtens wollen mit neuen Wettkampfformaten die Bühne der „Finals 2026“ für mehr öffentliche Aufmerksamkeit nutzen. Extra für das Multisportevent in Hannover (23. bis 26. Juli), das die TV-Sender ARD und ZDF live übertragen, wird eine neue Sprint- und Lagenmeisterschaft ausgetragen – zusätzlich zur regulären DM in Berlin (23. bis 26. April). Über die 50-m-Strecken aller vier Schwimmarten werden die Meister im K.o.-Modus ermittelt: Zunächst treten alle acht qualifizierten Aktiven gegeneinander an. Nach dem ersten Lauf scheiden die zwei Langsamsten aus, nach dem zweiten Lauf folgen drei weitere Eliminierungen. Im dritten Lauf kämpfen schließlich die verbleibenden drei um den Titel. Die Pausen zwischen den Rennen betragen lediglich wenige Minuten. „Genau diese wiederholten Hochbelastungen unter Wettkampfbedingungen sind für die Sprintentwicklung entscheidend“, sagte Bundestrainer Stephan Wittky: „Mit Blick auf Los Angeles 2028, wo erstmals alle vier 50-m-Disziplinen olympisch ausgetragen werden, ist das Format für uns ein wichtiger Baustein.“ Zudem führt der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) deutsche Lagenmeisterschaften ein. Dabei werden in allen Schwimmarten anhand der Punktetabelle des Weltverbandes World Aquatics die Kombinationssieger über 100 und 200 m ermittelt, im Freistil zusätzlich über 400 und 800 m. Dabei könnte es zum Duell zwischen Märtens und 800-m-Europarekordler und Vizeweltmeister Sven Schwarz kommen. Kurz danach beginnt die EM in Paris (31. Juli bis 16. August), alle Teilnehmer sind bereits für die Endläufe in Hannover gesetzt. „Wir freuen uns sehr auf die innovativen Formate in Hannover. Das wird ein Topevent, bei dem wir unsere Form Richtung EM ausprägen wollen“, sagte DSV-Leistungssportvorstand Christian Hansmann: „Zusätzlich bekommen neben unseren Top-Stars auch jene Talente einen mitreißenden Wettkampfhöhepunkt im Hochsommer, bei denen es noch nicht ganz für ein EM-Ticket reichte, die wir aber für Olympia 2028 und 2032 bereits im Blick haben.“

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Quelle: AFP

Zum Saisonstart der MotoGP Anfang März erlebte die Königsklasse des Motorradrennsports eine Premiere: Erstmals ging mit Toprak Razgatlioglu ein türkischer Fahrer an den Start. Der dreimalige Superbike-Weltmeister feierte beim Auftakt in Thailand (28. Februar bis 1. März/Red Bull TV) sein Debüt für das Team Prima Pramac Racing. „Alles ist neu. Es ist schwierig, alles auf einmal anzupassen. Motorrad und Reifen sind komplett anders – das braucht Zeit“, erklärte der 29-Jährige, der in seinem Heimatland schon jetzt als Nationalheld gefeiert wird.

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Bis zu 30.000 Euro – Gleiche Prämien bei Paralympics und Olympia: Die Paralympics-Sportler können sich bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo erneut über dieselben Medaillenprämien wie die olympischen Athleten freuen. Demnach gibt es von der Stiftung Deutsche Sporthilfe 30.000 Euro für einen Paralympics-Sieg und damit so viel wie nie zuvor. In Paris waren es noch 20.000 Euro, diese Summe wird nun in Norditalien für Silber ausgezahlt. Für Bronze gibt es eine Belohnung von 10.000 Euro. Nach einem Beschluss des Deutschen Bundestags sind die Medaillenprämien im Jahr 2026 erstmals steuerfrei. Die deutschen Sportler werden für Podestplätze zudem mit einer Einladung zum Sporthilfe Club der Besten 2026 belohnt.  Die 40 Sportlerinnen und Sportler sowie acht Guides seien über die Jahre zusammengenommen bereits mit mehr als 1,98 Millionen Euro gefördert worden und würden im Schnitt seit fünf Jahren Unterstützung erhalten, so die Sporthilfe. Am längsten sei Alpin-Fahrerin Andrea Rothfuss mit insgesamt 22 Jahren Teil des Fördersystems.

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Photo: AFP

Ende einer Ära im deutschen Darts: Die Übertragung der Weltmeisterschaft wechselt nach dem nächsten Turnier den Sendeplatz und verlässt Sport1. Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 hat sich die Rechte der Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen ab 2027 gesichert. Das bestätigte Sport1 auf SID-Anfrage. Der Sender werde aber Rechte an anderen PDC-Turnieren wie etwa der Premier League behalten. „Unser Anspruch bleibt klar: Sport1 ist und bleibt die Heimat des Darts im deutschen Free-TV“, sagte Gerhardt. Für ProSiebenSat.1 sei der Erwerb der Rechte „ein Volltreffer“, sagte CCO Henrik Pabst in einer Mitteilung: „Die Weltmeisterschaft hat sich in den letzten Jahren zu einem Sport-Highlight mit Kult-Faktor entwickelt.“

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Photo: AFP

Britische Fußballfans können sich während der WM 2026 auf längere Kneipenabende freuen. Wie die Regierung am 19. Februar mitteilte, dürfen Pubs bis zwei Uhr morgens geöffnet bleiben, sollten es die Nationalmannschaften des Vereinigten Königreiches in die K.o.-Runde des Turniers schaffen, das im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Die meisten britischen Pubs schließen normalerweise um 23.00 Uhr. „Angesichts der späteren Anstoßzeiten bei der diesjährigen Weltmeisterschaft möchten wir nicht, dass die Pubs vor dem Siegtor den Schlusspfiff abgeben“, sagte Innenministerin Shabana Mahmood. Finanzministerin Rachel Reeves fügte hinzu: „Wenn unsere Heimatländer bei der WM gut abschneiden, ist das nicht nur gut für die Fans, sondern auch für die Wirtschaft.“ England und Schottland haben sich bereits für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die am 11. Juni beginnt. Wales und Nordirland könnten noch über die Play-offs dazustoßen. Ähnliche Ausnahmeregelungen hatte es in Großbritannien zuletzt bereits für die Frauen-EM 2025 und das EM-Finale der Männer 2024 gegeben.