Sport-Informations-Dienst (SID)

Graf, Witt, Breitner, Schumi und Co. – Deutsche Sportstars auf der Leinwand

Februar 2026

Köln (SID) Timo Boll ist seit Ende Februar in dem Filmdrama „Marty Supreme in den Kinos zu sehen, das Tischtennis-Ass ist wahrlich nicht der erste deutsche Sportler, der es auf eine Leinwand schafft. Der SID präsentiert einige seiner berühmten Vorgänger:

Quelle: AFP / Wang Zhao

Hans-Jürgen BÄUMLER (Eiskunstlauf): Der mittlerweile 84-Jährige sorgte einst nicht nur an der Seite von Marika Kilius für Furore, sondern war abseits des Eises ein wahres Multi-Talent. Bäumler hatte unter anderem als Schlagersänger Erfolg und wirkte in zahlreichen TV- und Filmproduktionen mit, etwa „Die große Kür“ oder „Unser Charly“. 

Franz BECKENBAUER (Fußball): Jeder erinnert sich an die genialen Außenristpässe des Kaisers, genauso an seine Rolle in dem Film „Libero“, als sich Beckenbauer quasi selbst spielte. Doch kaum einer weiß, dass der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft auch einen Auftritt in „Der Superbulle jagt den Paten“ hatte. 

Paul BREITNER (Fußball): Längst Legendär ist der Auftritt des Weltmeisters von 1974 im Western „Potato Fritz“ als Hauptdarsteller an der Seite von Hardy Krüger. Breitner konnte dann in den 80er-Jahren noch einmal eine Nebenrolle ergattern – in „Blackbuster – Flucht aus Afrika“. 

Steffi GRAF (Tennis): Nachdem sie 1988 mit dem Golden Slam Unglaubliches geleistet hatte, landete die Tennis-Ikone ein Jahr später auch auf der Kinoleinwand. Grafs Auftritt in „Otto – Der Außerfriesische“ mit Otto Waalkes ist Kult, der Komiker gibt Graf auf dem Tennisplatz einen gut gemeinten Rat: „Wenn Du fleißig übst, kommst Du eines Tages ganz groß raus.“

Jürgen HINGSEN (Leichtathletik): Die Zehnkämpfe des Duisburgers waren stets Dramen, seinen größten Erfolg als Schauspieler feierte der ehemalige Weltrekordler aber in einer Komödie an der Seite von Karl Dall in „Drei und eine halbe Portion“. Zudem tauchte Hingsen auch in der Fernsehserie „Ein Schloss am Wörthersee“ auf. 

Henry MASKE (Boxen): Acht Monate nahm Maske Schauspielunterricht, um sich auf die Leinwandrolle des legendären Max Schmeling vorzubereiten. „Auf diese Rolle habe ich mich besser vorbereitet als auf manch einen Kampf“, sagte er einmal. Das Schwierigste? Die Filmküsse, sagt er. Nach der Ausstrahlung erlebt Maske im Kino einen K.o. – die Kritiken auf das Werk von 2010 sind verheerend. 

Michael SCHUMACHER (Formel 1): Als Fahrer eines Ferrari-roten Streitwagens macht „Schumi“ alias Schumix mit Peitsche in der Hand im Film „Asterix bei den Olympischen Spielen“ eine richtig gute Figur. Zum Sieg mit seinen zwei Pferden reicht es in dem 2008 erschienenen Streifen trotz der Anweisungen von Jean Todt aber nicht. Der böse Brutus hat seinen Pferden ein paar Schlückchen Zaubertrank eingeflößt. Frechheit! 

Uwe SEELER (Fußball): In „Willi wird das Kind schon schaukeln“, dem letzten Film des wunderbaren Heinz Erhardt, regieren natürlich Kalauer und Klamauk. Mit dabei sein darf auch Seeler. Das Fußball-Idol spielt sich selbst – und das augenscheinlich gar nicht so gut. Das Heyne Filmlexikon von 1996 urteilte jedenfalls: „Alles außer Heinz Erhardt ist so unglaublich miserabel, dass nicht einmal er den Film retten kann.“ 

Berti VOGTS, Joshua KIMMICH und Co. (Fußball): Etwas, sagen wir mal staksig, wirken auch die Tatort-Gastauftritte deutscher Fußballgrößen. Ob Vogts‘ Satz „Gebt den Kaninchen eine Möhre extra, es hat uns das Leben gerettet“ (1999) oder Kimmichs Nebenrolle als wortkarger Fitnesstrainer Kenny (2023) – richtig gut waren die Ausflüge vom Fußballplatz ans Filmset vor allem für die PR. 

Katharina WITT (Eiskunstlauf): Gleich an mehreren Film- und Fernsehproduktionen wirkte die deutsche Eiskunstlauf-Königin mit – und gehört wohl zu den erfolgreichsten deutschen (Ex-)Sportlern in diesem Metier. So ist Witt auf der großen Leinwand beispielsweise an der Seite von Kino-Ikonen wie Tom Cruise (Jerry Maguire, 1996) und Robert De Niro (Ronin, 1998) zu sehen. Einen Emmy Award erhielt sie für ihre Hauptrolle im Tanzfilm „Carmen on Ice“ (1990), nominiert für den Preis war auch das Eismärchen „Die Eisprinzessin“ (1995/96), in dem sie mitwirkte.