Prag (SID) Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin haben ihren Gold-Traum bei der WM in Prag erfüllt. Hinter der gemeinsamen Zukunft steht ein Fragezeichen.
Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin stießen auf der improvisierten Gold-Party „mit ein paar kühlen Getränken“ an, im Moment des größten Karriere-Erfolgs war für Gedanken an die unklare gemeinsame Zukunft kein Platz. „Weltmeister zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte Hase nach dem lang ersehnten Paarlauf-Titel in Prag. Auch Volodin schwärmte, sprach von seinem erfüllten „Traum, Weltmeister zu werden. Jetzt ist es meine Geschichte“.
Die Erfolgsgeschichte, die die Berliner Eiskunstläufer seit rund drei Jahren verbindet, ist nun um ein großes Kapitel reicher. Fünf Wochen nach dem Gewinn von Bronze bei den Olympischen Winterspielen in Mailand krönten Hase/Volodin eine besondere Saison mit dem ersten WM-Gold. Nach Bronze (2024) und Silber (2025) stand das Top-Duo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bei der WM endlich ganz oben.

„Es ist sehr schön, die Saison auf so einem hohen Level mit zwei so guten Programmen zu beenden. Das Gefühl in der ganzen Kür war sehr besonders“, sagte Hase. 228,33 Punkte, Bestleistung – trotz eines kleinen Fehlers beim Salchow geriet der souveräne Sieg nie in Gefahr.
Die Olympiazweiten Anastassia Metelkina/Luka Berulawa aus Georgien (218,41) lagen fast zehn Punkte zurück. „Wir sind von Anfang bis Ende mutig und mit Schwung gelaufen. Wir sind zum ersten Mal ohne jede Furcht auf das Eis gegangen“, sagte Hase.
Am Ende der Kür lagen sie sich auf dem Eis kniend in den Armen. Bei der Siegerehrung trugen sie die Goldmedaille um den Hals, ihre Blicke kreuzten sich, sie lächelten. Dies war ihr Moment. Hase sang die Nationalhymne. Auch der gebürtige Russe Volodin, der erst seit August 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, stimmte am Ende zaghaft mit ein.
In all der Euphorie in der stimmungsvollen O2 Arena kamen jedoch zwangsläufig Fragen nach der Zukunft auf. Schon bei den Winterspielen in Mailand hatten Hase/Volodin diese offen gelassen. Wie es langfristig für die beiden 26-Jährigen weitergeht, steht auch nach dem WM-Erfolg nicht fest.
„Wir müssen entscheiden, was wir tun wollen“, sagte Hase. Vorerst stehen noch Shows bei Holiday on Ice an, Hase muss zudem bis Mitte Mai zu einem Bundeswehr-Lehrgang. Mit der DEU sind Gespräche geplant. „Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn sie weitermachen. Ich bin da auch relativ zuversichtlich“, sagte DEU-Präsident Andreas Wagner dem SID in Prag.
Das Ende des Traumpaars Hase/Volodin wäre für den Verband tragisch, die Partnerschaft ist für alle Beteiligten schließlich ein Glücksfall. Hase, die nach der Enttäuschung von Peking 2022 mit ihrem früheren Laufpartner Nolan Seegert zwischenzeitlich ans Aufhören gedacht hatte, erhielt eine zweite Chance – und nutzte sie. Volodin, der in Russland Shows lief, eröffneten sich durch den Wechsel neue Perspektiven. „Wir haben zusammen Geschichte geschrieben“, sagte er nun in Prag.
Womöglich ist sie noch nicht zu Ende.