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Frustrierte Bayern schwören sich ein: „Es kommt wieder der Moment“

Mai 2026

München (SID) Ein trotziger FC Bayern nimmt nach dem bitteren Halbfinal-Aus in der Champions League bei allem Frust schnell nächste Ziele ins Visier.

Quelle: AFP

Manuel Neuer verschwand nach seinem womöglich letzten Auftritt auf der großen Champions-League-Bühne schwer enttäuscht in die Münchner Nacht. Fragen zu seiner offenen Zukunft ließ der 40-Jährige nach dem bitteren K.o. gegen Paris Saint-Germain unbeantwortet. Dies sei „nicht der Moment“, sagte der Kapitän des FC Bayern mit finsterer Miene.

Der Frust nach dem geplatzten Triple-Traum war nicht nur bei Neuer riesig – doch noch in der Kabine schwor sich der geschlagene Rekordmeister auf einen neuen Angriff auf Europas Fußball-Thron ein. Vor allem Trainer Vincent Kompany, dem die Krönung einer bislang bemerkenswerten Saison verwehrt bleibt, richtete umgehend den Blick nach vorne – nach Madrid, wo 2027 das Endspiel der Königsklasse stattfindet.

„Es geht weiter. Es kommt wieder ein Moment, es ist wieder eine große Motivation. Wir werden es wieder versuchen“, sagte er nach dem 1:1 (0:1) im Rückspiel gegen den unwiderstehlichen Titelverteidiger PSG bestimmt. Selbst der sonst so kritische Joshua Kimmich verbreitete bei aller Trauer Zuversicht und Hoffnung, dass der Weg dieser Mannschaft um die Superstars Harry Kane und Michael Olise noch lange nicht zu Ende ist.

Die Giganten-Duelle mit Paris würden ihm „auf jeden Fall Vertrauen geben, dass da wirklich etwas zusammenwächst“, versicherte der Vize-Kapitän. Er glaube nicht, „dass uns das umwerfen oder vom Weg abbringen wird. Ich habe das Gefühl, dass wir mit dieser Mannschaft die Champions League noch gewinnen können. In der nächsten Saison greifen wir wieder an.“ Kimmich sprach sogar von der „besten Bayern-Mannschaft“, in der er bisher gespielt habe – noch besser als das legendäre Team 2020, das unter Hansi Flick alle Trophäen abgeräumt hatte.

Bei Kompany begann die Vorbereitung auf den ganz großen Wurf schon am Donnerstag nach dem Spiel. Für ihn sei „die Sache ab morgen erledigt. Manche werden einen schwierigen Tag haben, das ist okay. Aber ich habe die Fähigkeit, nicht lange enttäuscht zu sein“, sagte der 40 Jahre alte Belgier und versprach vielmehr: „Wir werden alles tun, um besser zu werden.“ Sein Team habe schon in dieser Saison „Fortschritte gemacht. Ich bin überzeugt, dass wir nochmal Schritte machen.“ Das Aus gebe „noch mehr Motivation“.

Das Tüpfelchen auf dem i fehlte

Während das Starensemble aus Paris um Weltfußballer Ousmane Dembélé am 30. Mai in Budapest gegen den FC Arsenal erneut nach dem Henkelpott greift, war nicht nur Kompany bemüht, die nächsten großen Ziele trotzig ins Visier zu nehmen. Schon am 23. Mai hat der Meister im Pokalfinale gegen Stuttgart die Möglichkeit, als „Trostpreis“ das Double zu holen.

„Wenn der Kummer verdaut ist, konzentrieren wir uns auf Berlin. Ich hoffe, dass wir es dort rocken“, sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen. Man wolle sich „belohnen für eine außerordentliche Saison“. Der allerdings das Tüpfelchen auf dem i fehlte. Wie beim denkwürdigen 4:5 im Hinspiel erwies sich PSG auch in Teil zwei des Krachers als eine Nummer zu groß. Dazu kamen einige heftig diskutierte Entscheidungen des wackligen Schiedsrichters João Pinheiro zum Nachteil des FCB.

Aber auch mit diesen Aufregern wollten sich die Bayern nicht mehr allzu lange beschäftigen. „Es hilft ja nichts. Wir müssen damit leben und nach vorne schauen“, meinte Dreesen trocken. Das tat dann auch Sportvorstand Max Eberl. „Ich habe immer gesagt, so einen großen Titel zu holen, das ist ein Stück weit eine Reise. Wir haben da letztes Jahr was gelernt, wir müssen dieses Jahr was daraus lernen“, sagte Eberl: „Und dann werden wir nächstes Jahr wieder angreifen.“ Womöglich noch einmal mit Manuel Neuer im Tor.