Der Ehrentag 2026 fand erstmals als bundesweiter Mitmachtag zum Geburtstag des Grundgesetzes statt. Initiiert wurde der Ehrentag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE). Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ standen freiwilliges Engagement, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie im Fokus.

Auch in Bremen wurde der Ehrentag mit einer Aktionswoche und zahlreichen Mitmachangeboten begleitet. Vereine, Initiativen und Organisationen öffneten ihre Türen und machten sichtbar, wie vielfältig freiwilliges Engagement in Bremen und Bremerhaven ist. Der Ehrentag in Bremen wurde von der Freiwilligen-Agentur Bremen organisiert.
Im Rahmen des Ehrentags beteiligte sich LSB-Präsidentin Eva Quante-Brandt an einer Podiumsdiskussion zum Thema freiwilliges Engagement und Demokratie. Dabei brachte sie die Perspektive des organisierten Sports in die Debatte ein.
Der organisierte Sport ist weiterhin der größte Engagementbereich in Deutschland. In Bremen und Bremerhaven engagierten sich laut Sportentwicklungsbericht 2025 knapp 39.000 Menschen ehrenamtlich in Sportvereinen. Gleichzeitig stehen viele Vereine vor Herausforderungen.
Insbesondere fehlende Übungsleitende, zunehmende Bürokratie und begrenzte Ressourcen belasten Vereine zunehmend. Auch langfristiges Engagement wird schwieriger. Eine Umfrage des LSB Bremen aus dem Jahr 2025 zeigt zudem, dass bereits mehrere Vereine Aufnahmestopps oder Wartelisten haben. Hauptgründe sind fehlende Übungsleitende und mangelnde Sportflächen. Besonders betroffen ist der Kinder- und Jugendsport.
Im Austausch wurde mehrfach hervorgehoben, dass Sportvereine weit mehr leisten als reine Sportangebote. Sie schaffen Begegnung, fördern Zusammenhalt und bieten Räume, in denen demokratische Werte erlebt und vermittelt werden.
Eva Quante-Brandt betonte dabei die wichtige Rolle der Vereine als soziale Anker in der Gesellschaft. Gerade Kinder und Jugendliche lernen dort Verantwortung, Gemeinschaft und Mitbestimmung kennen. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass demokratischer Zusammenhalt aktiv gestaltet werden müsse und freiwilliges Engagement dafür eine wichtige Grundlage bildet.
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die Zukunft des freiwilligen Engagements. Diskutiert wurde, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit sich auch künftig Menschen langfristig engagieren können.
Genannt wurden vor allem weniger Bürokratie, bessere Unterstützung für Vereine und stärkere Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement. Deutlich wurde außerdem, wie wichtig Wertschätzung für die vielen Engagierten bleibt, die Sportvereine und gesellschaftliches Miteinander täglich mittragen.
Quelle: www.lsb-bremen.de/