Berlin (SID) Fast 4000 Athletinnen und Athleten werden auch in diesem Sommer wieder parallel um ihre deutschen Meistertitel kämpfen. Die Finals 2026 in Hannover (23. bis 26. Juli) bringen 24 Sportarten zusammen, darunter auch einige Neulinge: Unter anderem die Klubmeisterschaften im Beachvolleyball sowie Segeln und Windsurfen sind nun ebenfalls Teil des Multisport-Events. Insgesamt werden Ende Juli 143 Titel vergeben.
„Hannover und die Region werden für vier Tage zur Bühne des deutschen Spitzensports“, hatte Daniela Behrens, Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport, vor dem Start gesagt. Die Finals sollen „sportliche Spitzenleistungen unmittelbar erlebbar“ machen.
Dabei spielte auch die Auswahl der Schauplätze eine Rolle. So finden etwa die Wettkämpfe im 3×3-Basketball, Bogensport, BMX und Breaking am Neuen Rathaus in Hannover statt. Die Titel im Kanu und Rudern werden auf dem Maschsee erkämpft. Am Steinhuder Meer werden die Meisterschaften im Segeln, Windsurfen und Triathlon ausgetragen.
Die Leichtathletik-DM findet am selben Wochenende zwar in Bochum statt, eine Disziplin ist dennoch in Niedersachsen dabei: Die Titel im Stabhochsprung werden in Hannover auf dem Opernplatz vergeben.
ARD und ZDF übertragen die Finals rund 30 Stunden in den Hauptprogrammen und mehr als 100 Stunden in den Streams. Der Vorverkauf läuft, viele Veranstaltungen werden aber ohne Ticket erlebbar sein.
Mit neuen Wettkampfformaten wollen die deutschen Schwimmer um Olympiasieger und Weltrekorder Lukas Märtens die Bühne der „Finals 2026“ für mehr öffentliche Aufmerksamkeit nutzen. Extra für das Multisportevent in Hannover wird eine neue Sprint- und Lagenmeisterschaft ausgetragen – zusätzlich zur regulären DM in Berlin, die bereits im April in Berlin stattfand.
Über die 50-m-Strecken aller vier Schwimmarten werden die Meister im K.o.-Modus ermittelt: Zunächst treten alle acht qualifizierten Aktiven gegeneinander an. Nach dem ersten Lauf scheiden die zwei Langsamsten aus, nach dem zweiten Lauf folgen drei weitere Eliminierungen. Im dritten Lauf kämpfen schließlich die verbleibenden drei um den Titel. Die Pausen zwischen den Rennen betragen lediglich wenige Minuten.
„Genau diese wiederholten Hochbelastungen unter Wettkampfbedingungen sind für die Sprintentwicklung entscheidend“, sagte Bundestrainer Stephan Wittky: „Mit Blick auf Los Angeles 2028, wo erstmals alle vier 50-m-Disziplinen olympisch ausgetragen werden, ist das Format für uns ein wichtiger Baustein.“
Zudem führt der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) deutsche Lagenmeisterschaften ein. Dabei werden in allen Schwimmarten anhand der Punktetabelle des Weltverbandes World Aquatics die Kombinationssieger über 100 und 200 m ermittelt, im Freistil zusätzlich über 400 und 800 m. Dabei könnte es zum Duell zwischen Märtens und 800-m-Europarekordler und Vizeweltmeister Sven Schwarz kommen. Kurz danach beginnt die EM in Paris (31. Juli bis 16. August), alle Teilnehmer sind bereits für die Endläufe in Hannover gesetzt.
„Wir freuen uns sehr auf die innovativen Formate in Hannover. Das wird ein Topevent, bei dem wir unsere Form Richtung EM ausprägen wollen“, sagte DSV-Leistungssportvorstand Christian Hansmann: „Zusätzlich bekommen neben unseren Top-Stars auch jene Talente einen mitreißenden Wettkampfhöhepunkt im Hochsommer, bei denen es noch nicht ganz für ein EM-Ticket reichte, die wir aber für Olympia 2028 und 2032 bereits im Blick haben.“