Social Media gehört für die meisten jungen Athlet:innen zum Alltag. Ob Trainingseinblicke, Wettkampfergebnisse oder der Austausch mit Teamkolleg:innen und Fans – Plattformen wie Instagram, TikTok oder Snapchat bieten viele Möglichkeiten. Gleichzeitig zeigen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, dass eine unbewusste oder übermäßige Nutzung von Social Media die sportliche Leistung und die psychische Gesundheit beeinträchtigen kann. Für Trainer:innen lohnt es sich daher, dieses Thema aktiv in den Trainingsalltag zu integrieren.
Studien weisen darauf hin, dass intensive Social-Media-Nutzung mit einer schlechteren Regeneration, einer geringeren Schlafqualität und einem reduzierten Wohlbefinden in Zusammenhang stehen kann (Fiedler et al. 2023, 2024). Besonders problematisch ist der ständige soziale Vergleich: Athlet:innen sehen täglich vermeintlich perfekte Körper, außergewöhnliche Leistungen oder idealisierte Lebensstile. Dies kann unrealistische Erwartungen an den eigenen Körper und die eigene Leistungsfähigkeit fördern sowie das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit beeinträchtigen.
Auch das Risiko für psychische Belastungen, insbesondere Essstörungen, scheint dadurch erhöht zu sein (Walter et al. 2022). Darüber hinaus stehen viele Leistungssportler:innen in der Öffentlichkeit. Positive Rückmeldungen können motivieren, gleichzeitig können Hasskommentare, hoher Erwartungsdruck oder das Bedürfnis, ständig erreichbar zu sein, zusätzlichen Stress verursachen. Manche Athlet:innen greifen zudem auf soziale Medien zurück, um unangenehme Gefühle zu verdrängen – ein Verhalten, das langfristig problematisch werden kann. (Fiedler & Kellmann, 2024).

Dennoch sollte Social Media nicht ausschließlich kritisch betrachtet werden. Richtig eingesetzt bieten soziale Netzwerke wertvolle Chancen. Sie erleichtern den Austausch mit anderen Sportler:innen, stärken soziale Kontakte und ermöglichen eine authentische Selbstpräsentation. Für viele Athlet:innen eröffnen sich zudem Chancen im Bereich Personal Branding und Sponsoring, wodurch sich zusätzliche finanzielle Perspektiven ergeben können (Wiske, 2024).
Trainer:innen, Betreuer:innen aber auch die Eltern können einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Umgang mit sozialen Medien leisten. Sie können die Athlet:innen dafür sensibilisieren, ihre Mediennutzung bewusst zu reflektieren. Auch feste handyfreie Zeiten sollten eingeplant werden – insbesondere während des Trainings, vor Wettkämpfen und in den Abendstunden. So kann die Aufmerksamkeit auf den Sport gerichtet und eine bessere Erholung unterstützt werden (Fiedler & Kellmann, 2024). Trainer:innen gehören – gemeinsam mit Familie und Freund:innen – zu den wichtigsten Bezugspersonen junger Athlet:innen.
Ein offenes Gespräch über den Umgang mit Social Media kann dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig die positiven Möglichkeiten digitaler Medien sinnvoll zu nutzen. Denn nicht die Nutzung sozialer Medien an sich ist entscheidend, sondern ein bewusster, reflektierter und gesunder Umgang damit.
Quellen:
Quelle: MentalGestärkt – Anmeldung Newsletter von MentalGestärkt