Sport-Informations-Dienst (SID)

„Maß aller Dinge“: Dominator Zeidler krönt seine „perfekte Saison“

September 2026

Amsterdam/Köln (SID) Oliver Zeidler krönt seine perfekte Saison mit dem Weltmeistertitel. Der 30-Jährige ist so dominant wie nie zuvor.

Im Kreise seiner Familie machte Oliver Zeidler in Amsterdam die Nacht zum Tag. „Wir hatten auf jeden Fall eine gute Party“, verriet der 30-Jährige am Tag nach seinem Sieg völlig verschlafen und mit angeschlagener Stimme im ZDF-Morgenmagazin. Der Einer-Dominator ist durch seinen vierten WM-Triumph nach 2019, 2022 und 2023 erstmals gleichzeitig Olympiasieger, Weltmeister und Europameister – und vor allem noch lange nicht satt.

„Das bedeutet mir ganz, ganz viel. Ich hab es noch nie geschafft, alle großen Titel zusammenzuhalten“, sagte Zeidler nach dem krönenden Abschluss seiner „perfekten Saison„, in der er alle seine 14 Rennen gewinnen konnte: „Das ist ein Wahnsinnsgefühl und eine Riesenehre, weil das auch meine Dominanz zeigt und dass ich dieses Jahr das Maß aller Dinge war.

Seine Dominanz soll ihn nun im nächsten Jahr zum Rekord im Einer tragen, fünf WM-Titel haben bislang nur Peter-Michael Kolbe sowie der Neuseeländer Mahe Drysdale und der Tscheche Ondrej Synek gewonnen. „Ich möchte mein sportliches Erbe aufbauen. Deshalb bin ich damals nach Paris zurückgekommen und habe gesagt: Ich mache weiter. Bisher war das sehr erfolgreich„, sagte Zeidler. Und wie!

Auf der Traditionsstrecke Bosbaan ließ Zeidler den Weißrussen Jauhen Salaty und den Norweger Jonas Slettemark Juel sowie das restliche Feld weit hinter sich, nur die angepeilte Weltbestzeit wollte (noch) nicht fallen. „Alle 500 Meter habe ich auf die Uhr gesehen und gewusst, es reicht nicht, dann bin ich das Rennen kontrolliert zu Ende gefahren“, sagte Zeidler

Quelle: AFP

Mit 6:35,22 Minuten war er dennoch schneller als 2024 in Paris, als er im Halbfinale mit 6:35,77 Minuten seine bisherige persönliche Bestzeit und einen olympischen Rekord aufgestellt hatte. Gleichzeitig löste er Marcel Hacker als deutschen Rekordhalter ab.

Anschließend gab es eine Weißbierdusche und innige Umarmungen mit Freundin Sofia, seinen Eltern Heino und Katja, Schwester Marie-Sophie und Großeltern. „Ich bin sehr dankbar, dass meine ganze Familie hier war. Sie haben mir den Druck genommen„, sagte Zeidler, der bei der WM 2025 in Shanghai nach einem reduzierten Trainingspensum aufgrund seines Studiums immerhin zu Silber gefahren war.

In dieser Saison meldete er sich eindrucksvoll zurück, mit einer neuen Taktik und Trainingsmethode. „Ich habe dieses Jahr etwas Neues ausprobiert, es war nicht einfach. Ich habe viel riskiert, viele schwierige Entscheidungen mussten getroffen werden. Offenbar waren einige richtig„, sagte Zeidler.

Hoch dekoriert geht es jetzt erst einmal in den Urlaub – und dann als Gejagter in die vorolympische Saison. Bei der WM 2027 auf seiner Lieblingsstrecke auf dem Luzerner Rotsee will Zeidler seinem „sportlichen Erbe“ einen weiteren großen Meilenstein hinzufügen. 2028 soll in Los Angeles dann sein zweites Olympia-Gold folgen. 

Wer soll ihn bei dieser Mission aufhalten?