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Fragen und Antworten zur Sportart Padel

September 2026

Köln (SID) An Padel als Freizeitsport kommt in Deutschland keiner mehr vorbei – und auch auf Topniveau tut sich etwas, ab dem 4. Oktober messen sich in Düsseldorf die besten Spielerinnen und Spieler der Welt. Der SID beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Trendsportart.

Padel – was ist das eigentlich?

Padel ist eine Rückschlagsportart, die im Doppel gespielt wird und als eine Mischung aus Tennis und Squash beschrieben werden kann. Gespielt wird in einem Käfig aus Glas und Drahtgitterelementen, in dem die Wände in das Spiel einbezogen werden. Der Platz ist 20 mal 10 Meter groß. Die Regeln ähneln dem Tennis, jedoch darf der Ball nach dem Aufkommen auf dem Boden die Wand oder das Gitter berühren.

Wie ist Padel entstanden?

Der mexikanische Geschäftsmann Enrique Corcuera wollte 1969 in seinem Garten in Acapulco einen Tenniscourt bauen. Der Platz war begrenzt, aber es sollte ja bloß für die Familie reichen, also wurde es ein Feld im kleinen Maßstab, umgeben von Mauern. Durch diese sprang der Ball zurück ins Feld – dadurch entstand ein neues Spiel. Corcuera lud auch seine internationalen Freunde ein, um mit ihnen das Spiel auszuprobieren, das er zunächst „Padel Corcuera“ nannte. Sein spanischer Bekannter Alfonso Hohenlohe war so begeistert, dass er den Sport nach Spanien brachte. Padel verbreitete sich dann allmählich in andere Teile Europas und Südamerikas.

Wie hat sich der Sport in Deutschland entwickelt?

Padel gilt als die am schnellsten wachsende Sportart der Welt und erobert auch Deutschland. Noch 2023 gab es lediglich rund 130 Padelplätze an 41 Standorten, die aktuellen Zahlen belegen den Boom: Mittlerweile sind es mehr als 2300 Courts, auf denen rund 350.000 Menschen (Stand 2025) an über 600 Standorten aufschlagen. Rund 12.000 Spielende sind Mitglied im Deutschen Padel Verband (DPV). Die Platzbauer suchen händeringend nach leerstehenden Flächen, um weitere Courts zu bauen und die Nachfrage aus dem Freizeitsport zu bedienen.

Wie ist der Sport strukturiert?

Die vom DPV organisierten German Padel Series (GPS) und die Padel-Bundesliga sind die wichtigsten nationalen Turnierserien. International dominiert die Premier Padel Tour des Weltverbandes FIP mit mittlerweile 25 Turnieren in 17 Ländern. Die FIP richtet außerdem die alle zwei Jahre stattfindende Weltmeisterschaft aus. Die Weltrangliste führen die spanisch-argentinischen Duos Coello/Tapia (Männer) und Triay/Brea (Frauen) an. In Deutschland gibt es nur wenige Profis: Victoria Kurz und Agus Reca sind international aktiv, die meisten deutschen Spieler treten semiprofessionell an. Der gesamte Sport hofft indes auf eine baldige olympische Zukunft. „Eine Sportart, die die Massen so begeistert“, sagte Bundestrainer Daniel Lingen dem SID: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das langfristig aus dem olympischen Programm rauslässt.“

Gibt es auch große Turniere in Deutschland?

Wer die Weltspitze live erleben möchte, hat dazu beim Premier-Padel-Turnier in Düsseldorf ab dem 4. Oktober Gelegenheit. Wie bereits im Vorjahr treten dort dank Wildcards auch deutsche Duos an – drei von ihnen schafften den direkten Sprung ins Hauptfeld, zwei weitere gehen in der Qualifikation an den Start. Neben dem Event im Rheinland gehört das Sommerturnier im Juni in Hamburg zu den wenigen internationalen Großveranstaltungen der Sportart auf deutschem Boden. Ein Highlight steht 2029 an: Zum ersten Mal findet dann eine EM in Deutschland statt.