Sport-Informations-Dienst (SID)

Sport in Kürze

September 2026
Foto: AFP, Uwe Anspach

Er gab den Startschuss für eine deutsche Olympiabewerbung, den Marathon bis zu einem möglichen Zuschlag für München 2036, 2040 oder 2044 mag sich Thomas Weikert aber nicht mehr antun. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) steht für eine Wiederwahl am 5. Dezember nicht mehr zur Verfügung. Er werde noch vor der anstehenden Mitgliederversammlung 65 Jahre alt, schrieb Weikert am 1. Oktober in einem offenen Brief auf der Website des DOSB. „Das ist zwar heute längst kein biblisches Alter mehr, aber ich spüre, dass ich nicht mehr die Kraft aufbringen kann, mich noch einmal vier Jahre mit Vollgas den Aufgaben eines Präsidenten zu widmen“, teilte der Jurist mit – und betonte zugleich: „Wir gehen als chancenreicher Bewerber um Olympische und Paralympische Spiele ins Rennen beim IOC.“

Tatsächlich hat der DOSB bereits eine Findungskommission eingesetzt, die Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge sondiert. Als ein potenzieller Bewerber gilt der Sportmanager Michael Mronz. Der 59-Jährige gehört als Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dem zehnköpfigen DOSB-Präsidium automatisch an. Als weiterer Anwärter für das Amt des Präsidenten gilt auch Martin Engelhardt. Der Präsident der Deutschen Triathlon Union (DTU) gehört wie Mronz dem zehnköpfigen DOSB-Präsidium bereits an. Engelhardt war 2018 spontan als Gegenkandidat zum damaligen Amtsinhaber Hörmann angetreten, um auf Missstände im Verband hinzuweisen, der 66-Jährige scheiterte aber bei der damaligen Wahl. – Die Bewerbungsfrist für das Präsidentenamt endet am 30. Oktober. 

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Foto: AFP

Die Tischtennis-Vormacht China kämpft weiter mit großen Problemen. Die Dominatoren aus dem Reich der Mitte stürzten bei den Asienspielen in Japan im Mannschafts-Turnier der Männer nach 32 Jahren vom Thron. In Aichi verloren die Weltmeister durch ein 2:3 in der Neuauflage des diesjährigen WM-Finals von London gegen Gastgeber Japan erstmals seit 1990 wieder ein Endspiel beim größten Multisport-Event nach Olympischen Spielen. Beim WM-Turnier in London hatte Chinas Männer-Team auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung in der Vorrunde seine ersten zwei Niederlagen in einem WM-Turnier seit 26 Jahren kassiert. In China dürfte die Finalschmach von Aichi gegen das Team von Bundesliga-Star Shunsuke Togami (Ochsenhausen) die Debatte um eine Rückkehr von Olympiasieger Fan Zhendong ins Nationalteam befeuern. Die Debatte um den Superstar des deutschen Rekordmeisters Borussia Düsseldorf war bereits nach dem holprigen WM-Erfolg der Chinesen in England entbrannt. 

Fan hatte sich kurz nach seinem Olympia-Gold 2024 in Paris wegen der Rahmenbedingungen auf der WTT-Tour von internationalen Turnieren zurückgezogen. Später wechselte der zweimalige Einzelweltmeister sensationell in die TTBL. Nach einem Jahr und dem Triple mit dem 1. FC Saarbrücken heuerte Fan zu Saisonbeginn in Düsseldorf beim Klub seines persönlichen Freundes und des deutschen Idols Timo Boll an. Spekulationen in China zufolge behält sich der nationale Verband CTTA Fans Reaktivierung im Nationalteam für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles weiterhin vor. Noch allerdings soll sich die Generation der Nachfolger von Fan und des zweimaligen Olympiasiegers Ma Long bis zur Einzel-WM 2027 in Astana bewähren dürfen. Allerdings ist China in der Weltrangliste nur noch durch Spitzenreiter Wang Chuqin und seinen lediglich an Nummer acht geführten Vorgänger Lin Shidong in den Top Ten vertreten. 

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Der britische Premierminister Andy Burnham hat das Alkoholverbot in englischen und walisischen Fußballstadien als „Diskriminierung“ bezeichnet. Der Regierungschef des Vereinigten Königreichs sagte vor Reportern, er halte es für „unfair“, dass Fußball-Fans ausgegrenzt werden. Er schlug vor, es solle über Änderungen nachgedacht werden. Er unterstützt damit Forderungen der Vereinigung der Fußball-Fans (FSA). Die Polizei lehnt den Vorstoß ab. Seit mehr als 40 Jahren ist es in den ersten fünf englischen Ligen im Männer-Fußball verboten, Alkohol an Stellen mit Blick auf das Spielfeld zu konsumieren. Die Regelung wurde 1985 von der Regierung von Margaret Thatcher für die Stadien in England und Wales eingeführt. Der damalige Innenminister Leon Brittan nannte Alkohol als „wesentlichen Faktor, der zu gewalttätigem und ordnungswidrigem Verhalten“ in Fußballstadien beitrage. Nach Meinung der FSA sind die Gesetze „überholt“. Burnham, ein leidenschaftlicher Anhänger des FC Everton, stimmt dem zu. „Ich denke, diese Gesetzgebung stammt aus einer Zeit, in der der Fußball noch ganz anders war.“ Er glaube „fest daran“, ergänzte er, „dass es gute Gründe gibt, diese Diskriminierung zu beseitigen.“ In anderen Sportarten gibt es kein entsprechendes Verbot.

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Foto: AFP, Charly Triballeau

Tennis-Topstar Carlos Alcaraz hat ein Ende der Matches bis tief in die Nacht bei Grand Slams gefordert. „Für einen Sportler, der um 3.30 Uhr morgens fertig ist, bedeutet es, dass er um 4.30 Uhr die Anlage verlässt und dann zurück ins Hotel fährt“, erklärte der siebenmalige Majorchampion aus Spanien: „Man geht erst um 6.30 oder 7.00 Uhr morgens ins Bett. Was die Erholung für das nächste Spiel angeht, hat der Gegner einen Vorteil. Das ist zu viel. Da muss etwas geschehen.“

Alcaraz war bei seiner Titelverteidigung in New York im Viertelfinale nach einem Fünf-Satz-Krimi an Ben Shelton gescheitert, der um 3.33 Uhr Ortszeit den Matchball verwandelte. Die Diskussion um die Late-Night-Matches wird schon länger geführt.

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Foto: AFP

Die deutsche Tischtennis-Ikone Timo Boll will sich als Botschafter für die an München vergebene deutsche Olympiabewerbung starkmachen. „Insbesondere in China kann ich mir schon vorstellen, die Werbetrommel zu rühren“, sagte der 45-Jährige, der im Sommer 2025 seine Karriere beendet hatte, in einem Interview mit Münchner Merkur/tz. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte den siebenmaligen Olympiateilnehmer ins Spiel gebracht. Er habe sich bis zur deutschen Vorentscheidung für die Bewerbung von Köln/Rhein-Ruhr eingesetzt, sagte Boll, betonte aber: „

Jetzt ist es München geworden und wir sind alle angehalten, diese Bewerbung zu unterstützen. In welcher Funktion und in welcher Intensität wird man besprechen.“ Olympische Spiele seien für ihn „immer etwas sehr Besonderes“ gewesen, ergänzte er, „deshalb bin ich grundsätzlich für Olympische Spiele in Deutschland“. Boll gewann bei seinen sieben Olympia-Teilnahmen zweimal Silber (2008 und 2021) sowie zweimal Bronze (2012 und 2016) – jeweils mit der Mannschaft. Bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016 war er bei der Eröffnungsfeier Fahnenträger des deutschen Teams.