Berlin (SID) Mit den Olympischen Winterspielen nähert sich das lang erwartete Traumziel von Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin. Zuvor verteidigen die besten deutschen Paarläufer bei der EM in Sheffield ihren Titel.
Manchmal, wenn Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin im tristen Trainingsalltag auf dem Eis für ihren Olympia-Traum schuften, bringen sie ihre Trainer unfreiwillig zum Schmunzeln. „Wir lachen immer über sie. Sie sind wie ein altes Ehepaar“, sagte Chefcoach Dmitri Sawin über das beste deutsche Eiskunstlauf-Paar: „Sie können streiten, diskutieren, lachen.“
Ein bisschen Reibung, Talent, viel harte Arbeit und gegenseitiges Verständnis haben Hase und Volodin in den Favoritenkreis der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 22. Februar) geführt. Bei der EM in Sheffield wollen die Berliner diesen Status ein letztes Mal untermauern.
„Es wird eine Generalprobe vor Olympia werden. Unsere beiden Programme stehen. Wir verändern daran nichts mehr“, sagte Hase vor dem finalen Härtetest vor den Winterspielen. Im Kurzprogramm am Mittwoch soll die Grundlage für den gelungenen Olympia-Test erfolgen, die Kür folgt am Donnerstagabend (15. Januar): „Es geht darum, sich bei der EM nochmal ein bisschen mehr Sicherheit zu holen.“

Und natürlich auch um einen weiteren Titel. Im Januar 2025 hatte das Top-Duo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) in Tallinn erstmals EM-Gold gewonnen und sich endgültig in der Weltspitze etabliert. Zwei Monate später liefen die Berliner in Boston zu WM-Silber.
Es sind Ergebnisse, die bleiben, und die vor drei Jahren begonnene Partnerschaft längst zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben. Der Blick zurück zählt jedoch nur bedingt. „Was wir letzte Saison an Titeln geholt haben, gilt nicht mehr in der neuen Saison“, sagte Hase: „Daher gehen wir auch in diese EM mit dem Ziel rein, vor allem weitere Erfahrungen mit unserem Team zu sammeln.“
Ihr Heimtrainer Knut Schubert wird das Duo nach Sheffield begleiten. Auch Chefcoach Sawin, der sie sonst zumeist online betreut, wird in England wie auch im Februar beim Saisonhöhepunkt in Italien am Eis stehen. Dort soll unter den olympischen Ringen die Krönung der gemeinsamen Reise erfolgen.
Viele Hürden haben Hase und Volodin auf dieser aus dem Weg geräumt. Der in Sankt Petersburg geborene Volodin besitzt erst seit August letzten Jahres den deutschen Pass, musste für die für Olympia zwingend notwendige Einbürgerung unter anderem fleißig die neue Sprache lernen. Auch prallten zwei Charaktere aufeinander: Hase, die ihren Wunsch nach Struktur und Planung als „typisch deutsch“ bezeichnet, traf auf „Freigeist“ Volodin, der den Alltag als Profisportler mit einer größeren Unbekümmertheit in Angriff nimmt.
Inzwischen haben sich beide angenähert – und profitieren von ihren Eigenheiten. „Ich glaube, dass wir uns sehr gut ergänzen“, sagt Hase: „Mittlerweile merke ich, dass es mir im Wettkampf viel besser damit geht, nicht mehr so strikt zu sein.“ Hase will das beherzigen, bei der EM genauso wie bald bei den Olympischen Winterspielen.
Diese können zum Erfolg werden. Das glauben ihre Trainer immer dann, wenn Hase und Volodin im tristen Trainingsalltag für ihren Olympia-Traum schuften. „Was macht eine Ehe erfolgreich? Vertrauen“, sagte Chefcoach Sawin: „Sie haben dieselbe Seele. Sie glauben an sich selbst und glauben aneinander.“