München (SID) Gold und gut? Von wegen! Daniela Maier hat in diesem Winter noch große Ziele – und darüber hinaus.
Das TV-Abenteuer auf dem Tanzparkett muss warten. Im Überschwang der Gefühle nach ihrem Olympiasieg hatte Daniela Maier eine Teilnahme an der RTL-Show „Let’s Dance“ noch als „coole Herausforderung“ bezeichnet, doch jetzt hat sie der Alltag wieder. „Solche Dinge sind – wenn überhaupt – erst ein Thema, wenn ich nicht mehr aktiv Skicross fahre“, sagt die 29-Jährige.
Denn vorerst ist und bleibt die wilde Hatz über die Pisten ihre Welt, der Kampf Frau gegen Frau über „Kicker“ und in Steilkurven – auch jetzt wieder. Denn während einige andere Helden der Winterspiele wie die Bobfahrer ihre Saison schon beendet haben, sind bei Maier immer noch sechs von 16 Weltcup-Rennen zu fahren.

Von einem Olympia-Blues ist bei ihr nichts zu spüren, im Gegenteil. Sie habe „richtig Lust“ auf die kommenden Starts, sagt sie im Interview mit der Stuttgarter Zeitung/Nachrichten, „auch, wenn es richtig anstrengend wird. Denn ausgerechnet jetzt steht der größte Reiseblock der Saison an“.
Beim Weltcup im serbischen Kopaonik-Gebirge fuhren Maier und Teamkollege Florian Wilmsmann jeweils auf den zweiten Platz. anach stehen bis Ende März noch Österreich, Kanada und Schweden auf ihrer Reiseroute. Das Ziel ist klar: Nach dem zweiten Platz im vergangenen Jahr als erste Deutsche den Gesamtweltcup gewinnen. Bei noch fünf ausstehenden Rennen sind die Chancen auf die große Kristallkugel aber eher gering. Maier liegt 145 Punkte hinter der Olympiadritten Sandra Näslund (Schweden).
Olympiasieg gefeiert: „Das gehört einfach dazu.“

Doch die Vorbereitung auf den Saisonendspurt war keine. Maier berichtet von „sehr vielen Interviewanfragen und sonstigen Presseterminen“. Und dann habe sie ihren Olympiasieg natürlich auch gefeiert. „Das gehört einfach dazu.“ Außerdem sei es ihr „besonders wichtig“ gewesen, den Moment „mit den Menschen zu teilen, die schon seit Jahren an meiner Seite stehen“.
Immer dabei: Ihre Goldmedaille. Da sie seit ihrem Coup „die ganze Zeit neben mir lag und liegt, habe ich es mittlerweile schon ein bisschen mehr realisiert“, was da in Italien passiert sei, meint Maier. „Und so langsam, aber sicher“ gewöhne sie sich auch an die große Bezeichnung „Olympiasiegerin“.
Ihr Gold will sie „erstmal noch etwas mit mir herumtragen und auch bei Terminen herumzeigen“. Dann werde das gute Stück seinen „Platz neben meinen anderen Medaillen finden“. Neben den bronzenen von Olympia 2022 und der WM 2025 – und möglicherweise neben der großen Kristallkugel.
Wäre der Gesamtsieg als i-Tüpfelchen nicht der perfekte Abschluss einer großen Karriere? Maier verschwendet keinen Gedanken daran. „Frankreich“, sagt sie über die Winterspiele 2030, „ist zwar einerseits noch weit weg, steht aber schon auf meiner Liste“. Danach ist ja noch genug Zeit für „Let’s Dance“ und andere Abenteuer.