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September 2019

ARAG

Vor kurzem ist es wieder passiert: Nationalspieler Sami Khedira (Real Madrid) hatte sich am 15. November 2013 beim Länderspiel gegen Italien in Mailand im Zweikampf mit Andrea Pirlo das rechte Knie verdreht. Die Folge: ein verheerender Kreuz- und Innenbandriss.

Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht über eine schwere Knieverletzung eines Bundesligaspielers berichtet werden muss. Beim überwiegenden Teil der Profis, die ihre Karriere vorzeitig beenden müssen, erfolgt dies aufgrund von Knieverletzungen. Dieser subjektive Eindruck wird durch die aktuellen statistischen Zahlen der ARAG bestätigt.

Fußball an der Spitze der Sportunfallstatistik

Fußball zählt zu den am häufigsten betriebenen Sportarten in Deutschland und stellt mit dem DFB den größten Fachverband im Deutschen Sportbund. So überrascht es nicht, dass Fußball auch an der Spitze der Sportunfallstatistik steht und sich fast jede zweite Sportverletzung während des Fußballspiels ereignet. Bei den Männern führt Fußball sogar mit 54 Prozent die Liste der Unfallsportarten an. Und im Frauenfußball, der in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, liegt Fußball mittlerweile mit 15% auf dem zweiten Platz hinter Handball (17%).

Seit 1987 erfasst und analysiert die ARAG Sportversicherung zusammen mit dem Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der Ruhr-Universität Bochum systematisch Sportunfälle. Die Daten dienen als Grundlage für die Erstellung von Maßnahmen zur Prävention von Sportunfällen, die gemeinsam mit weiteren Partnern erarbeitet werden und mit denen die ARAG zu mehr Sicherheit im Sport beiträgt.

Unfallprävention beim Fußball

Sportunfälle sind von sportartspezifischen und individuellen Faktoren geprägt. Deshalb sind allgemeine Empfehlungen und Maßnahmen wenig Erfolg versprechend. Vor diesem Hintergrund entwickelten der Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der Ruhr-Universität Bochum und die ARAG Sportversicherung gemeinsam mit dem Deutschen Fußball Bund (DFB) ein Konzept zur Unfallprävention im Fußball, das auf einer detaillierten sportartbezogenen statistischen Analyse beruht.

Die Ergebnisse dieser Arbeit stellt die ARAG interessierten Sportlern, Sportlehrern oder Trainern in Form von Broschüren kostenlos zur Verfügung.

Zum Thema „Unfallverhütung beim Fußball“ gibt es drei verschiedene Broschüren:

  • Teil 1 Spielformen für den Kinder- und Jugendbereich
  • Teil 2: Sprunggelenksverletzungen im Jugend- und Juniorenbereich
  • Teil 3: Knieverletzungen im Seniorenbereich

Teil 3 beschäftigt sich eingehend mit Maßnahmen zur Vermeidung von Knieverletzungen bei Jung und Alt, Amateur und Profi.

Ursachen und Folgen von Knieverletzungen

Jede vierte Verletzung im Fußball betrifft das Kniegelenk. Bei den Spielern zwischen 22 und 35 Jahren sind es sogar nahezu 30 Prozent. Die Hälfte dieser Verletzungen sind Risse der Bänder, Kapseln oder der Menisken, so dass eine Operation meist unausweichlich ist.

Es ist nicht immer eine Zweikampfsituation, aus der eine Knieverletzung resultiert. Immerhin gibt ein Drittel der Sportler an, dass schlechte Platz- oder Bodenverhältnisse als Mitursache für seine Verletzung in Frage kommen. Dabei scheint besonders die „Verblockung“ zwischen Schuh, Stollen und Boden der verletzungsauslösende Vorgang im engeren Sinne zu sein. Beispiele hierfür findet man zum Beispiel bei einem abrupten Richtungswechsel in der Landephase nach einem Kopfball. Als weitere Ursache von Knieverletzungen wird von jedem fünften Spieler fehlendes oder falsches Aufwärmen angegeben.

Insgesamt zählen Knieverletzungen, insbesondere wenn es zu Bänderrissen kommt, zu den schwereren Sportverletzungen. Selbst nach mehrmonatigen Reha-Maßnahmen kann nicht sichergestellt werden, dass keine dauernde Einschränkung der Funktionalität bestehen bleibt. Bis zum vollständigen Verheilen der zerstörten Bandstrukturen vergehen im Schnitt sechs Monate. Darüber hinaus dauert es üblicherweise nochmal ein halbes Jahr, bis die Bewegungsmuster und Reflexe, die das Knie schützen, wieder erlernt werden. Wird zu früh wieder mit Training oder Wettkampf begonnen, kommt es vermehrt zu erneuten Schädigungen im verletzten Knie.

Jetzt Faltblatt kostenlos anfordern

Anhand kompetent und verständlich geschriebener Texte sowie anschaulicher Illustrationen bietet das Faltblatt der ARAG zur Unfallverhütung wertvolle Hinweise und Anleitungen zu Übungen, mit denen die genannten Verletzungen bereits im Vorfeld vermieden werden können.

Gegliedert sind die Trainingsanweisungen in die Bereiche „Aufwärmen“, „Beweglichkeit“, „Koordination“, „Kraft“ sowie „Regeneration“. Alle Übungen sind mit exakten Angaben versehen, wie lange und wie oft sie durchgeführt werden sollten.

Ergänzt werden die Anleitungen durch ein Begleitwort von Trainer Ottmar Hitzfeld. Zu guter Letzt runden Hinweise zum geeigneten Schuhwerk, gelenkschonenden Bandagen sowie speziellen Trainingsmethoden die Broschüre ab.

Das Faltblatt kann kostenlos bei der ARAG angefordert werden: www.arag-sport.de.