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September 2020

Landessportbünde

40 Jahre Bildungsurlaub in Hessen – dieses Jubiläum feierten das DGB Bildungswerk Hessen und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration Ende März mit einer Fachveranstaltung. „Anlass genug, zu feiern, zurück zu blicken und in die Zukunft zu schauen“, hieß es in der Einladung. Vor allem Letzteres wird auch beim Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) dieser Tage getan. Denn: „Der Bildungsurlaub zur beruflichen und politischen Weiterbildung ist eine tolle Sache. Das Angebot muss aber um Schulungen in Bereichen ehrenamtlicher Tätigkeit ergänzt werden“, sagt Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vizepräsident des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h) und Vorsitzender der Bildungsakademie des lsb h.

Er verweist darauf, dass der organisierte Sport in Hessen allein in den letzten fünf Jahren mehrere zehntausend Ehrenamtliche verloren habe. Auch die Politik müsse etwas dafür tun, diesen Trend abzuschwächen oder gar zu beenden. „Unsere rund 7800 hessischen Sportvereine bestehen nur, weil viele Menschen bereit sind, sich unentgeltlich einzubringen“, macht Zielinski deutlich. Er selbst ist seit 18 Jahren Vorsitzender des Sportkreises Gießen und wisse, dass dies aus einer Überzeugung heraus geschehe. „Trotzdem müssen Anreize gesetzt werden, um die Motivation zu erhalten oder neue Ehrenamtliche zu gewinnen“, ist Zielinski überzeugt.

Im hessischen Bildungsurlaubsgesetz sei eigentlich bereits geregelt, dass die fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr auch der „Wahrnehmung eines Ehrenamtes“ dienen können. Die Seminare und Schulungen, heißt es dort, sollen hessische Arbeitnehmer in die Lage versetzen, ein Ehrenamt auch ausüben zu können. „Was fehlt“, so Zielinski, „ist eine Rechtsverordnung, die regelt, um welche Art von Ehrenamt es sich dabei handeln muss.“ Erst wenn eine solche erlassen werde, bestehe ein Freistellungsanspruch.

„Dafür bleibt nicht allzu viel Zeit, aber doch Zeit genug“, sagt Zielinski. Schließlich trete das hessische Bildungsurlaubsgesetz Ende 2017 außer Kraft. Er tritt deshalb dafür ein, das Jubiläum zum Anlass zu nehmen und tätig zu werden. „Das Land Hessen könnte damit ein Zeichen setzen und zeigen, wie viel ihm ehrenamtliches Engagement wert ist. Ich bin sicher, dass die Anregung aufgenommen wird“, so Zielinski abschließend.

Quelle: www.landessportbund-hessen.de