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September 2020

Landessportbünde

Austausch und Diskussionen rund um die Themen Bildungsgipfel, Schwimmbad-Sterben und Flüchtlings-Problematik prägten die jüngste Zusammenkunft der  Landessportkonferenz (LSK). Ihr gehören Vertreter der Landtagsfraktionen, des Landkreistags, des Städtetags, des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, der Hochschulen, der Sportfachverbände, der Sportkreise sowie des Landessportbundes an. Das Gremium gilt als wichtigste Schnittstelle zwischen Sportorganisationen und Staat in Hessen.

Innen- und Sportminister Peter Beuth, der zurzeit den Vorsitz innehat, fand zu Beginn lobende Worte: „Die Sportfamilie leistet einen wichtigen Beitrag, wenn es darum geht, Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren.“ Die große Bereitschaft, Asylbewerber aufzunehmen und sich um sie zu kümmern, nannte der Minister vorbildlich.

„Auch uns macht die Arbeit in den Verbänden und Sportkreisen stolz“, betonte Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h). Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Sportvereine in immer mehr gesamtgesellschaftliche Aufgaben eingebunden würden – von Integration über Inklusion bis hin zur Gesundheitsförderung. „Wir dürfen unsere Ehrenamtlichen aber nicht überlasten. Und vor allem müssen gute Rahmenbedingungen geschaffen, beziehungsweise beibehalten werden.“

Was er damit meint, wurde anschließend deutlich. So kritisierten die Vertreter des Sports, dass beim Bildungsgipfel der Landesregierung das Thema Sport kaum eine Rolle gespielt habe. „Dabei nimmt die Zahl der Ganztagsschulen kontinuierlich zu. Deshalb ist es umso wichtiger, für genügend Sport in der Schule zu sorgen und gleichzeitig auf eine gute Kooperation mit Sportvereinen zu setzen“, so lsb h-Vizepräsident Ralf-Rainer Klatt. Diese Einschätzung teile er, betonte Innenminister Beuth.

In Bezug auf das vom Landessportbund befürchtete Schwimmbad-Sterben werde er kommende Woche ein Gespräch mit dem Finanzministerium führen, informierte Beuth. Einig waren sich alle Anwesenden, dass die Betriebskosten für Schwimmbäder viele Kommunen zu überfordern drohen. Dr. Rolf Müller plädiert daher seit längerem für eine Entlastung der Standorte. „Bei den Schulen ist eine Art Umlage zwischen den Kommunen selbstverständlich. Wenn unsere Kinder nicht zu Nichtschwimmern werden sollen, müssen wir auch in Sachen Schwimmbäder schnell handeln“, so der lsb h-Präsident.

Sportminister Beuth sprach von einer „großen Herausforderung“. Das Land habe erst vor wenigen Jahren 50 Millionen Euro für ein Hallenbad-Investitionsprogramm ausgegeben und von den Kommunen sei wohl keine erpicht darauf, sich zusätzliche Kosten aufzuladen.

 

Quelle: www.landessportbund-hessen.de