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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Hamburg (SID) Der Masterplan für die Spiele 2024 in Hamburg steht: Die Macher feiern ihr kompaktes Konzept und sehen sich für den harten internationalen Konkurrenzkampf gut gerüstet.

Alfons Hörmann blickte über die Elbe und lächelte. Kurze Wege für Zuschauer und Athleten, nachhaltiges Konzept und Abschied vom Gigantismus: Hamburgs Masterplan für die Spiele 2024 begeisterte den Chefstrategen der deutschen Olympia-Bewerbung.

„Das Konzept bietet eine Perspektive, die sowohl aus deutscher, als auch aus internationaler Sicht nicht alltäglich ist“, sagte Hörmann und schaute zufrieden auf den „Kleinen Grasbrook“, jene Elbinsel im Hamburger Hafen, die das Herzstück der deutschen Kampagne ist. Wer sich das Gelände „im Endzustand ansieht mit den Stadien und dem Olympischen Dorf, der kann sich dieser Vision, diesem Ziel und dieser Faszination nicht entziehen“, sagt Hörmann.

Das zentrale Sportstättenkonzept, das den Hamburger Bürgern am 7. Juli vorgestellt wird, gilt als großes Plus, mit dem die deutschen Olympia-Macher auch auf internationalem Terrain punkten wollen. Fast alle Wettbewerbe (rund 80 Prozent) sollen in der Stadt ausgetragen werden und in einem Radius von zehn Kilometern stattfinden. Nur Segeln (Kiel), Vielseitigkeitsreiten (Luhmühlen) und Schießen (Garlstorf) sind außerhalb Hamburgs geplant.

„Das Hamburger Konzept passt sehr gut in die Reform-Agenda des Internationalen Olympischen Komitees unter dem deutschen Präsidenten Thomas Bach. Die Sportler stehen im Mittelpunkt“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei seiner Stippvisite in der Hansestadt.

Die „44 Weltmeisterschaften in 28 Sportarten“ sollen in 36 Sportstätten ausgetragen werden. Dabei will man auf 22 bestehende Anlagen zurückgreifen, neun sollen temporär entstehen, fünf – darunter auch das Olympiastadion auf dem Kleinen Grasbrook – müssen neu errichtet werden.

Das Thema Kosten wird von den Verantwortlichen aber auch 145 Tage vor dem Referendum, bei dem die Bürger der Stadt über eine offizielle Kandidatur abstimmen, umschifft. „Man sollte keine Kosten nennen, wenn man noch keine Präzision in den Planungen hat“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz dem Hamburger Abendblatt: „Seriosität wird ein entscheidendes Kriterium für die Hamburger Bewerbung sein.“

Ein weiteres Pfund auf internationalem Terrain soll die Geschlossenheit sein. Politik und Sport betrachten die deutsche Bewerbung mit Hamburg inzwischen als „nationale Aufgabe“. DOSB-Chef Hörmann, der am 6. Juli einstimmig zum Vorsitzenden der Olympia-Bewerbungsgesellschaft gewählt wurde, bezeichnete die Spiele als „wichtigstes Projekt des deutschen Sports seit der Wiedervereinigung. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept gute Siegchancen hat.“

Dabei warten mit Boston, Paris, Budapest und Rom, die ebenfalls eine Kandidatur angekündigt haben, echte Hochkaräter. Die offiziellen Bewerbungsunterlagen und Garantieerklärungen müssen bis zum 8. Januar 2016 beim IOC eingereicht werden, die Entscheidung fällt im September 2017 in Lima (Peru).