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September 2020

Landessportbünde

Mit Beginn des neuen Schuljahrs Mitte September ist das Programm „Kooperation Schule-Verein“ in seine 30. Saison gestartet. Und es erfreut sich sowohl bei den Vereinen, als auch den Schulen in Nordbaden nach wie vor großer Beliebtheit. Einige von ihnen sind bereits von Anfang an dabei – können also ein kleines Jubiläum ihrer Kooperation feiern.

Als für das Programm nach zweijähriger Probephase im Schuljahr 1986/87 der Startschuss fiel und im Bereich des Badischen Sportbundes 76 Maßnahmen bezuschusst wurden, konnte noch niemand voraussagen, wohin die Entwicklung gehen würde. Heute ist das Programm fester Bestandteil der Sportförderung in Baden-Württemberg und damit auch der Jugendarbeit in den Vereinen.

Antragszahl weiter gestiegen

Das große Interesse belegen die weiter gestiegenen Antragszahlen. Konkret heißt das, dass im Badischen Sportbund 1.385 Anträge auf Bezuschussung einer Kooperationsmaßnahme eingegangen sind. Leider können nicht alle bezuschusst werden – dazu reichen die Mittel nicht aus. Allerdings können sich immerhin 85 Prozent aller Antragsteller über einen Zuschuss von in der Regel 360 Euro freuen. 100 Euro mehr gibt es für Kooperationen mit Sonderschulen, da die Arbeit mit körper oder geistig behinderten Kindern in der Regel mehrere Übungsleiter bzw. Betreuer erfordert. Die etwas über 200 Maßnahmen, die keine finanzielle Förderung erhalten, sind – wenn sie trotzdem durchgeführt werden – versicherungstechnisch abgesichert.

Zu lebenslangem Sporttreiben anleiten

Die in den 80-er Jahren formulierten Ziele für das Programm sind natürlich auch heute noch aktuell: Die zusätzlichen Sportangebote sollen bei Kindern und Jugendlichen die Freude am Sport wecken und möglichst auch erhalten. Die Kontinuität des Programms trägt dazu bei, dass der erste Spaß keine Eintagsfliege bleiben muss und die Kinder die Möglichkeit haben, dabei zu bleiben und ihre Fähigkeiten auszubauen. Im Hintergrund steht dabei der Gedanke, möglichst auf ein lebenslanges Sporttreiben hinzuwirken.

Kooperationen in über 40 Sportarten

Dass das Programm bei den Schulen und insbesondere bei den Schülerinnen und Schülern so gut ankommt, liegt sicherlich auch an seiner Vielfalt. Das Angebot der Vereine reicht von Aikido, Baseball, Eissport und Fechten über Handball, Judo und Radsport bis zu Rugby, Tischtennis und Volleyball. Insgesamt sind es weit über 40 Sportarten. Diese große Auswahl kommt neben den Vereinen und Verbänden, die auf diese Weise auch Nachwuchs für ihre Sportart rekrutieren, vor allem Kindern und Jugendlichen zugute, die so die Möglichkeit haben, fast alles kennenzulernen, was der Sport zu bieten hat.

Dabei kommen sowohl der Breitensport als auch der Wettkampfsport sowie eine gezielte Talentförderung zum Zuge, ebenso spezielle Angebote für behinderte Kinder und Jugendliche. Aaber auch die motorische Förderung für die ganz Kleinen, denn seit etlichen Jahren sind auch Dreier-Kooperationen Schule-Kindergarten-Verein möglich. 35 Maßnahmen sind es in diesem Jahr, in denen Verein, Kindergarten und Schule zusammenarbeiten.

Im Ranking der Sportarten hat der Badische Fußballverband den Badischen Turnerbund (mit allen Gymnastikangeboten) erstmals von der Spitze verdrängt. Es folgen unverändert Handball und Tennis sowie – mit ein paar Platzwechseln – Leichtathletik, Basketball, Schach und Tischtennis. Die meisten Kooperationen finden naturgemäß in den Schulsportarten statt, es gibt aber auch zahlreiche Angebote, die man ohne das Kooperationsprogramm im Schulsport niemals finden würde, wie z.B. Boule, Klettern, Reiten, Rugby oder Tauchen.

Ganztagesschulen: Anstieg auf fast 40 Prozent

Jahr für Jahr bergauf geht es mit den Kooperationen mit Ganztagesschulen. Fast 40 Prozent aller Maßnahmen werden in diesem Jahr an diesem Schultyp durchgeführt. Obwohl es ein schwieriges Terrain ist, scheinen sich die Vereine mit dieser Situation einigermaßen zu arrangieren. Von Vorteil ist, dass man an den Schülern, die nachmittags nun in der Schule sind und nicht mehr uneingeschränkt im Verein Sport treiben können, „dranbleiben“ kann. Andererseits verlangt diese Betreuung aber einen erhöhten zeitlichen und organisatorischen Aufwand, der nicht von jedem Verein so ohne weiteres zu leisten ist. Um die Vereine bei dieser Arbeit zu unterstützen, wurde im vorigen Jahr eine Rahmenvereinbarung mit dem MKJS (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport) geschlossen. Ob diese schon Wirkung zeigt, lässt sich allerdings noch nicht verlässlich sagen.

Auch im nächsten Jahr wird das Programm weiterlaufen. Antragstermin ist wie in jedem Jahr der 1. Mai vor Beginn des neuen Schuljahrs.

Quelle: www.badischer-sportbund.de