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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln (SID) Das Jahr 2017 verspricht auch ohne Olympia und Fußball-Highlight großen Sport mit einer Flut von Welt- und Europameisterschaften. Aber es drohen auch einschneidende Entscheidungen beim sportpolitisch brisanten Thema Staatsdoping in Russland.

Kein Olympia, keine WM oder EM im Fußball – der Sport ist 2017 aber ungeachtet dessen beileibe kein schlafender Riese. Eine Flut von mehr als 80 Welt- und Europameisterschaften prägen das Jahr zwischen den Großereignissen ebenso wie die WM-Qualifikation der DFB-Kicker, die Vergabe der Sommerspiele 2024 und sicher auch das sportpolitisch brisante Thema Staatsdoping in Russland.

Das sportliche Motto für die kommenden zwölf Monate lautet: Von den Bad Boys bis zu Usain Bolt. Die deutschen Handball-Europameister wollen sich im Januar (11. bis 29.) beim letzten gemeinsamen Kraftakt mit einer Medaille von ihrem danach scheidenden Gold-Coach Dagur Sigurdsson verabschieden.

Die Olympia-Dritten gehören bei der WM in Frankreich trotz zahlreicher Personalprobleme zum Kreis der Medaillenkandidaten. Sigurdsson hat die „Top 6“ als Ziel ausgegeben, meint aber auch: „Wenn wir dahin kommen, dann ist mit dieser Mannschaft alles möglich.“ Siehe EM.

Danach rücken die Wintersportler in den Fokus: Alpine Ski-WM in St. Moritz, Biathlon-WM in Hochfilzen und Nordische WM in Lahti sind von Anfang Februar bis Anfang März die Highlights im Schnee.

Vor allem beim Biathlon und bei den Nordischen dürfte das Thema russisches Staatsdoping hochkochen. Mehr als 1000 Aktive des Riesenreiches stehen auf der Liste von WADA-Sonderermittler Richard McLaren, Boykottdrohungen prominenter Sportler wie Biathlon-Dominator Martin Fourcade stehen im Raum, falls sich die Weltverbände bei entsprechender Beweislage mit Sanktionen schwer tun sollten.

Folgt nach eingehender Analyse des Reports sogar ein Ausschluss Russlands von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea? Diese Entscheidung müsste das IOC unter seinem deutschen Präsidenten Thomas Bach treffen.

Sache der FIFA wäre es dagegen, Russland nach der Bob- und Skeleton-WM im Februar auch die Fußball-WM 2018 zu entziehen. Diese Forderung wird zunehmend diskutiert. Vom 17. Juni bis 2. Juli findet im Riesenreich der Confed-Cup als WM-Testlauf statt. Das Turnier ist bei den Klubs angesichts der Belastung ungeliebt, Bundestrainer Joachim Löw aber dient der Wettbewerb als Möglichkeit, aufstrebende Kandidaten ins kalte Wasser zu werfen.

In der WM-Qualifikation geht es für die Weltmeister am 26. März in Aserbaidschan weiter. Ziel ist es, die Erfolgsserie von bislang vier Siegen in vier Spielen fortzusetzen. Den Abschluss der Qualifikation bildet die Partie am 8. Oktober ebenfalls gegen Aserbaidschan. Die deutschen Olympiasiegerinnen peilen bei der Fußball-EM in den Niederlanden (ab 16. Juli) ihren siebten Titel in Folge an.

Der Mai wird wieder zum Monat der Entscheidungen im Fußball mit dem letztem Bundesliga-Spieltag (20. Mai) und dem Pokal-Endspiel in Berlin (27. Mai). Eine Woche später folgt in Cardiff/Wales das Champions-League-Finale. Der Idealfall: Bayern München gegen Borussia Dortmund, die Neuauflage des Endspiels 2013.

Wer wird Nachfolger des zurückgetretenen Formel-1-Weltmeisters Nico Rosberg? Auftakt ist am 26. März in Melbourne, spätestens am 26. November ist entschieden, ob sein alter Teamkollege Lewis Hamilton im Mercedes seinen vierten WM-Titel holt.

Im Mai beginnt ein Feuerwerk sportlicher Highlights. Eishockey-WM in Köln und Paris, Tischtennis-WM in Düsseldorf, Schwimm-WM in Budapest, Fecht-WM in Leipzig und Beachvolleyball-WM mit den „Golden Girls“ Laura Ludwig/Kira Walkenhorst in Wien sind einige Beispiele. Den Abschluss bildet im Dezember die Frauenhandball-WM in Deutschland.

Zuvor wird am 11. September Thomas Bach in Perus Hauptstadt Lima verkünden, ob einer der beiden Favoriten Los Angeles und Paris oder Außenseiter Budapest die Sportler der Welt zu den Olympischen Sommerspielen 2024 einladen darf.

Dann wird einer der Superstars der Sportwelt nicht mehr dabei sein. Der dreimalige Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt (30) will sich bei der WM in London (5. bis 13. August) möglichst mit seinem vierten goldenen WM-Triple nach 2009, 2013 und 2015 verabschieden. „Je älter du wirst, desto mehr musst du opfern“, sagt Bolt, „und um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich diese Disziplin habe.“