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Februar 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Berlin/Palma de Mallorca (SID) Marcel Kittel ist zurück. Nach der verkorksten Saison 2018 hat der deutsche Top-Sprinter gleich zu Beginn des neuen Radsport-Jahres Selbstvertrauen getankt.

Der Wechsel in die verschneite Bodenseeregion bescherte Marcel Kittel nach den Sonnentagen auf Mallorca das nächste Stimmungshoch. Befreit von einer mentalen Last durch seinen erlösenden ersten Rennerfolg nach 328 Tagen blickte der deutsche Radprofi Momenten der Ruhe in der Schweizer Wahlheimat entgegen. „Es ist echt schön, ein bisschen zu Hause zu sein und die Seele baumeln zu lassen“, sagte Kittel Anfang Februar dem SID.

Für sein Wohlbefinden hatte der 30-Jährige bereits tags zuvor gesorgt. Beim Finale der viertägigen Mallorca Challenge durfte der Top-Sprinter endlich wieder jubeln, der Sieg bei der 159,6 km langen Trofeo Palma gegen namhafte deutsche Konkurrenten wie Andre Greipel oder John Degenkolb war für ihn „Balsam für die Seele“.

Die Mallorca Challenge dient vielen Radprofis als Einstiegsrennen nach wochenlanger Schinderei im Winter-Trainingslager. Auch Kittel sammelte auf der Urlaubsinsel seine ersten Rennkilometer des Jahres. Der Triumph in Palma scheint in der langen Erfolgsvita des 14-maligen Tour-de-France-Etappensiegers deshalb nur eine Randnotiz zu sein.

Persönlich bedeutete Kittel der Sieg dennoch ungemein viel. „Es war ein sehr, sehr schöner Tag. Ich habe mich gefühlt, als ob wir tatsächlich ein riesengroßes Rennen gewonnen haben“, sagte der Profi vom Team Katusha-Alpecin: „Das ist für mich nicht nur der erste Saisonsieg im zweiten Rennen. Es ist einfach auch ein gefühlter Befreiungsschlag und viel Bestätigung für die harte Arbeit im Winter. Es hat sich ausgezahlt. Der Erfolg gibt der ganzen Mannschaft Rückenwind.“

Im verkorksten Jahr 2018 war vieles schiefgelaufen, bei Kittel und auch seinem Team. Nur zwei Tageserfolge gelangen dem viel dekorierten Sprinter, zuletzt hatte er im März 2018 beim Etappenrennen Tirreno–Adriatico triumphiert. Bei der Tour de France sorgten zudem Querelen mit Sportdirektor Dmitri Konyschew für Unruhe, körperlich und geistig ausgelaugt beendete er die Saison wenig später vorzeitig. „Ich habe 2018 abgehakt. Ich konzentriere mich auf diese Saison“, sagte Kittel nun.

Er hänge sich nicht an der Vergangenheit auf, so Kittel, für den der gute Start dennoch ein gutes Omen sein könnte. Sprintete Kittel in den Vorjahren früh zu ersten Erfolgen, verlief die Saison in der Folge zumeist überaus erfolgreich. „Das hilft mir für die Zukunft nicht“, sagte Kittel.

Gegen eine abermals starke Saison hätte der Thüringer aber nichts einzuwenden.