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August 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Düsseldorf (SID) Die deutschen Säbel-Fechter haben bei der Heim-EM in Düsseldorf für einen goldenen Abschluss gesorgt. Insgesamt gab es vier Medaillen für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB).

Der Triumph der deutschen Säbelfechter war Balsam für eine gesamte Sportart. Gold in einem dramatischen Finale zum Abschluss der Heim-EM in Düsseldorf – live übertragen im Fernsehen: Bessere Werbung konnte sich der zuletzt so gebeutelte Deutsche Fechter-Bund (DFeB) gar nicht wünschen. Dazu mit vier EM-Medaillen eine insgesamt ordentliche Ausbeute, nach vielen Rückschlägen dürfen die deutschen Fechter ein Jahr vor Olympia in Tokio wieder ein bisschen positiver nach vorne schauen.

„Die ersten Schritte sind getan und die Ausgangsposition für Tokio deutlich besser, als sie es vor Rio war“, sagte DFeB-Präsidentin Claudia Bokel. Von anderen Nationen habe sie zudem gehört, „Deutschland ist wieder da im Fechten“. Ein ähnliches Szenario wie in Rio, als es erstmals nach 36 Jahren keine Olympiamedaille gab, kann sich der Verband auch kaum leisten.

Die großen Hoffnungsträger sind die deutschen Säbelfechter. Max Hartung, Benedikt Wagner, Matyas Szabo und Björn Hübner-Fehrer machten mit ihrer Aufholjagd zu Gold einen großen Schritt nach Tokio – und durften wenige Stunden nach dem Triumph noch im Aktuellen Sportstudio des ZDF Rede und Antwort stehen. Weitere positive Schlagzeilen für das deutsche Fechten.

Für Hartung, inzwischen das Gesicht der Sportart, war es nach Bronze im Einzel das zweite Edelmetall der Titelkämpfe. „Das war einer der besten Momente in meiner Fechtkarriere“, sagte der Dormagener. „Wenn wir jetzt noch eine klasse WM fechten, dann sieht es mit der Quali sehr gut aus“, sagte sein Teamkollege Wagner. Bei der WM in Budapest (15. bis 23. Juli) zählt die erreichte Punktzahl zweieinhalbfach.

Entsprechend wichtig ist es auch für die anderen Teams des DFeB, sich bei der WM möglichst weit vorn zu positionieren. Gute Chancen auf eine Teilnahme in Tokio hat auch das Team im Damen-Florett.

Das Quartett um die 19 Jahre alte Hoffnungsträgerin Leonie Ebert verpasste bei der Heim-EM mit Platz vier knapp den Bronzerang. Auch Alexandra Ndolo, EM-Dritte im Degen-Einzel, glaubt fest an die Qualifikation mit Mannschaft. „Es ist noch nichts verloren“, sagte sie. Hoffen dürfen auch weiterhin nach EM-Silber die Florett-Herren um Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink. Doch in allen Waffen gilt: Aussetzer bei der WM oder den weiteren Quali-Turnieren könnten böse Folgen haben.

Denn der Weg zurück in die Weltspitze sei noch „lang und zäh“. Um den Anschluss zu schaffen, sei ein langfristiger Aufbau einer starken Mannschaft nötig, erklärte Bokel.

So waren es in Düsseldorf einmal mehr die etablierten Athleten, die für die großen Erfolge sorgten. „Deshalb brauchen wir diesen Zehn-Jahres-Plan. Um die Jüngeren heranzuziehen und dass sie noch von den Erfahrungen der Älteren profitieren können“, sagte Bokel.

Vollständig gesundet ist das deutsche Fechten noch lange nicht. Ein Lebenszeichen war die Heim-EM aber allemal.