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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln/Bonn (SID) Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) tastet sich in der Corona-Pandemie „mit langsamen Schritten“ an das Testniveau der Vorkrisenmonate heran. Das erklärte die Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann bei der Vorstellung des Jahresberichts 2019 in Bonn. Das „oberste Ziel“ sei, „in ein, zwei Wochen Richtung Normalität zu kommen“, sagte Gotzmann. Nach Einführung der Kontaktbeschränkungen Mitte März hatte die NADA die Kontrollen ausgesetzt, seit dem 18. Mai laufen sie wieder.

Der Anti-Doping-Kampf müsse aber weiter mit Einschränkungen leben. Trainings- und Blutkontrollen sind derzeit nur vereinzelt möglich, im Wettkampf befindet sich nur die Fußball-Bundesliga. Um die langfristigen Folgen der lückenhaften Dopingtests unter Kontrolle zu bekommen, setzt die NADA auf den biologischen Athletenpass, „der uns die Möglichkeit gibt, Athletinnen und Athleten über einen gewissen Zeitraum zu überprüfen“, sagte Gotzmann: „Darauf legen wir unser Augenmerk.“ Zudem soll die Qualität der Analysemethoden erhöht werden.

Im Jahr 2019 führte die NADA 12.910 Trainings- und Wettkampfkontrollen durch und registrierte dabei 82 Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen. Zudem gab es 16 Sanktionen. 24 Fälle wurden aufgrund des Anti-Doping-Gesetzes zur Anzeige gebracht, die Verfahren laufen noch, darunter auch das zur Operation Aderlass. Bei der Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld hatten österreichische Ermittler ein mutmaßliches Dopingnetzwerk um den Erfurter Sportarzt Mark S. aufgedeckt.