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August 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Bradenton/Berlin (SID) Satou Sabally sticht heraus. Neben ihrem Engagement gegen Rassismus bewies sich Deutschlands Basketball-Hoffnung nun erstmals auf dem Parkett, denn am ersten August-Wochenende stand ihr WNBA-Debüt an.

Mehr als eine Athletin, sagte Satou Sabally einmal, wolle sie sein. Es gelang ihr schnell. Bevor Deutschlands Basketball-Hoffnung überhaupt auf Profi-Level einen Ball in den Korb werfen konnte, flimmerte sie bereits über alle Bildschirme. Sabally, die eloquente Aktivistin, machte international von sich reden. Sabally, die hochtalentierte Sportlerin, gab es am kommenden Wochenende zu sehen, als die WNBA ihr Geisterturnier startete.

Gering ist der Druck keinesfalls. Nummer zwei des Talente-Drafts im Frühjahr, ein Sprachrohr der „Black Lives Matter“-Bewegung – von der 22-Jährigen erwarten viele eine Weltkarriere. Der Vergleich zu LeBron James, der sich immer wieder politisch einmischt, drängt sich auf. Umso mehr, als sie über ihr bevorstehendes Debüt für die Dallas Wings gegen Atlanta Dream sprach.

„Ich bin selbstbewusst“, sagte sie, ehe sie ihre Lockerheit erklärte: „Mental muss ich mich nicht umgewöhnen. Ich bin eine Gewinnerin und will gewinnen.“ Sabally lächelte, eine gute Portion Respekt ringt ihr die ultimative Prüfung in der WNBA durchaus ab: „Es ist viel körperlicher. Das sind erwachsene Frauen, die spielen hier schon ewig. Die lassen dich auflaufen, als wenn es nichts wäre.“ Mit ihren 1,89 Metern wird sie sich dagegen stemmen. So wie sie es auf anderer Bühne im Kampf gegen Rassismus tut, wenn das Trikot wieder im Spind hängt.

Ihr persönlicher Weg war nicht so leicht und unbeschwert wie es ihr fröhliches Wesen vermuten lässt. Vor dem WNBA-Saisonstart in der „Bubble“ in Bradenton/Florida berichtete die Tochter eines Gambiers und einer Deutschen von ihren Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus. „In der Schule hat man sich teilweise gewundert, wenn ich eine gute Note hatte“, sagte Sabally in einem Interview mit dem ehemaligen NBA-Spieler Caron Butler: „Oder auch Ausflüge in den Zoo. Da gab es immer wieder Sprüche, dass man dahin gehen soll, wo man hergekommen ist.“
Gerade jemand wie Sabally, die gleich drei Nationen ihre Heimat nennt, kennt das Gefühl gut, oft als Ausländerin gesehen zu werden. „Als Schwarze in Deutschland wirst du immer gefragt, wo du herkommst“, sagte die Flügelspielerin, die in New York geboren wurde, aber in Berlin aufwuchs: „In Amerika passiert das ja wegen meines Akzents.“

Sabally hat ein Gefühl für Stimmungen und die globale Lage. So sei Rassismus, sagte sie, „eine Pandemie, genauso wie Corona im Moment.“ Ihren eigenen Zufluchtsort vor der Ausgrenzung fand sie im Basketball, denn auf dem Court ist jeder gleich. „Wenn du jemandem einen Pass zuwirfst, ist egal, ob der schwarz, weiß, asiatisch oder sonst was ist“, so Sabally: „Du kämpfst zusammen.“ Auch in der WNBA.