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Juni 2021

Sport-Informations-Dienst (SID)

Budapest/Berlin (SID) Die deutschen Wasserspringer machen mit ihrer EM-Bilanz Hoffnungen auf die Sommerspiele in Tokio. Nicht nur Rekordspringer Patrick Hausding überzeugte.

Olympia kann kommen: Die deutschen Wasserspringer um Rekord-Jäger Patrick Hausding nehmen von der erfolgreichen EM viel Schwung für Tokio mit. Trotz großer Reisestrapazen und einer langen Wettkampfpause sorgten sie in Budapest für eine beeindruckende Medaillenbilanz: Insgesamt acht Mal sprangen die DSV-Athleten aufs Podest.

„Ich bin darüber super glücklich. Als Team können wir wirklich gestärkt nach Tokio fahren“, sagte Tina Punzel. Die Dresdnerin, die sich am Samstag acht Jahre nach ihrem Premierensieg vom 3-m-Brett wieder zur Europameisterin in der olympischen Disziplin gekürt hatte, legte am Sonntag mit Partnerin Lena Hentschel im Synchronspringen nach: Gold mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,09 Punkten. Mit einem „Gläschen Sekt“ wolle sie auf ihren Doppel-Sieg anstoßen, verriet Punzel.

Hausding unterstrich derweil seinen Ruf als Europas Wassersprung-König. In der Duna Arena sammelte der Olympiadritte vom 1-m-Brett und im 3-m-Synchron seine EM-Titel Nummer 16 und 17. Durch Bronze jeweils im Team und im Turm-Synchron baute Hausding seine Medaillen-Ausbeute auf 37 aus. Diese Zahlen seien „ziemlich surreal“, sagte der 32-Jährige, „ich weiß nicht, wie viele Athleten dazu in der Zukunft fähig sein werden.“

Für Synchronpartner Timo Barthel ist Hausding „ein Idol“, deswegen war der Dresdner nach Turm-Bronze emotional auch tief berührt. „Das ist meine erste Medaille – und das mit Patty! Das sind zwei Träume, die gleichzeitig in Erfüllung gegangen sind“, sagte Barthel fast schon ehrfurchtsvoll. Davon beflügelt sprang der Dresdner am Sonntag im Turm-Einzel auf einen starken vierten Platz.

Für ein Highlight aus deutscher Sicht sorgte auch Martin Wolfram mit seinem Bronzerang vom 3-m-Brett. Der oft verletzte Dresdner, der sich seit 2012 allein an der Schulter vier Operationen unterziehen musste, weiß spätestens jetzt, dass sein erzwungener Umstieg vom Turm auf das Brett der richtige Schritt war. „Wow, das hat mich gerade selbst überrascht“, sagte Wolfram nach seinen starken Bronzesprüngen: „Das macht mich unglaublich stolz.“

Der leicht angeschlagene Hausding wurde in diesem Wettbewerb nur Neunter, die vielen Wettkämpfe hätten ihn „geschlaucht“, erklärte er. Zumal hinter dem deutschen Team eine Ochsentour lag: Vom Trainingslager in Dresden ging es nach Tokio zur Olympia-Qualifikation und von dort über Frankfurt direkt nach Budapest.

„Die vier Wochen schlauchen einfach, nicht nur physisch, sondern auch mental“, sagte Hausding: „Es gibt viele bei uns, die sich fragen, wie das überhaupt zu Hause in Deutschland ist. Sie vermissen ihre Familie und Freunde.“

Die Pause nach der Rückkehr in Deutschland wird kurz, bei den deutschen Meisterschaften in Berlin (4. bis 6. Juni) müssen Hausding und Co. wieder antreten. Dort werden die erkämpften Olympia-Quotenplätze an die Athleten personenbezogen vergeben.