sid

September 2022

Landessportbünde

Wie kommen Vereine an fair produzierte Trikots und Fanprodukte? Wie können sie es schaffen, Nachhaltigkeit in die eigenen Reihen zu bringen und ökologische Standards bei Sportfesten zu ermöglichen? Hier finden sie Antworten:

Mal eben eine Bratwurst und ein kaltes Getränk auf dem Sportfest verzehrt und schon landen Papierserviette, Plastikgabel und Einwegbecher im Müll. Nach dem Training kurz eine Banane oder einen Energieriegel verschlungen und ab in irgendeinen kleinen Eimer? Nachhaltigkeit sieht anders aus. Was im privaten Bereich vielleicht schon gut funktioniert, lässt im Verein oft noch zu wünschen übrig.

Verantwortung

Weiterer Punkt: Fairness. Diese wird im Sport und auf dem Feld bekanntlich großgeschrieben. Aber wie sozial nachhaltig sind eigentlich die Fanartikel oder Trikots und Give-Aways von Vereinen und Verbänden? Was umschließt Nachhaltigkeit im Sport und warum geht es den Verein oder Verband etwas an? Wann welcher Schritt kommen sollte und wie man es überhaupt umsetzen kann, dazu geben Initiativen wie „Sport handelt fair“ Beratung und Tipps. Das Netzwerk Faire Metropole Ruhr bietet im Rahmen von Workshops Aufklärungsarbeit vor Ort an und hat zum Beispiel einen Leitfaden für faire Veranstaltungen herausgegeben.

Ungerechtigkeit

Projektreferentin Angela Schmitz ist zuversichtlich und zufrieden mit den ersten Ergebnissen: „In Zusammenarbeit mit den Kommunen konnten wir schon sehr viel bewirken, um mehr Fairness in den Sport zu bringen und den Vereinen bei der Organisation von fairen Sportevents zu helfen.“ Es gebe zahlreiche Möglichkeiten, wie sich ein Verein für mehr globale Gerechtigkeit im Sport einsetzen könne. Dazu bieten auch andere Mitglieder von „Sport handelt fair“, zum Beispiel die ehrenamtliche Initiative FAIReinskultur aus Bergisch-Gladbach, Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten zu dem Thema an.

Faire Bälle

Egal wo auf der Welt Fußball, Rugby, Volley- oder Basketball gespielt wird – viele Sportler wissen noch zu wenig über lange Arbeitszeiten und Ausnutzung der Arbeiter. Handgefertigte Fußbälle kommen überwiegend aus Pakistan. Etwa 40 und zu Weltmeisterschaften bis zu 60 Millionen werden in der ärmlichen Region Sialkot zum großen Teil von Minderjährigen hergestellt. Insgesamt sind rund 40.000 Menschen in Pakistan in der Fußballindustrie tätig.

Ein guter Ansatz gegen ungerechte Handelsstrukturen ist der Handel mit Fairtrade-Bällen. Durch den fairen Preis verhindert man zum Beispiel Arbeitsrechtsverletzungen und ermöglicht Kindern einen Schulbesuch, Spielen und aktive Freizeit.

Nachhaltigkeit in der Vereins-DNA

Der Verein Vorwärts Spoho 98 weiß, wie Nachhaltigkeit und fairer Sport gelebt werden kann. Seit März 2021 gibt es in dem von Kölner Sportstudenten gegründeten Verein eine Arbeitsgruppe „Nachhaltige Entwicklung“. Man will Verantwortung übernehmen und als positives Beispiel vorangehen.

„Wir im Sport-Interview“ mit Lea Wippermann, 2. Vorsitzende. Sie hält die Fäden in der Hand und setzt ganz auf Bio. Zum Interview geht’s hier.

Text: Heidi Hagemann / Bild: Andrea Bowinkelmann

Quelle: lsb.nrw