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Mai 2024

Sport-Informations-Dienst (SID)

Frankfurt/Main (SID) Acht Rückkehrer, aber kein Platz für Serge Gnabry, Mario Götze und Niklas Süle: Hansi Flick startet bei den Länderspielen im Juni die lange EM-Vorbereitung – mit neuem System.

Hansi Flick steht in seinem Trainerzimmer am Frankfurter DFB-Campus und spricht bei der Kadernominierung mit leuchtenden Augen von seiner riesigen Vorfreude auf das große Jubiläum. „Das 1000. Länderspiel – absolut top, da dabei sein zu dürfen“, schwärmt der Bundestrainer vom Friedenszeichen gegen die Ukraine am 12. Juni in Bremen, „das ist für jeden Spieler etwas Besonderes.“ Doch Serge Gnabry, Mario Götze und Niklas Süle sind dann im Urlaub statt auf dem Platz.

Die einstigen Leistungsträger fehlen wie weiterhin Thomas Müller, wenn Flick mit der deutschen Nationalmannschaft ein Jahr vor der Heim-EM „den nächsten Schritt machen“ will – mit acht Rückkehrern und neuem System. „Wir haben viele Innenverteidiger dabei, das bedeutet, dass wir die Dreierkette ausprobieren wollen“, kündigte Flick Anfang Juni vor einer Taktiktafel an, auf der seine Elf mit roten Magneten in einer 3-2-3-2-Formation angeordnet ist.

Der Bundestrainer will den Ansatz, kombiniert „mit viel Offensivpower über die Außen“ in allen drei Länderspielen zum Saisonkehraus erproben: Gegen die Ukraine, gegen Polen in Warschau am 16. Juni und vier Tage später gegen Kolumbien in Gelsenkirchen. „Das sind drei gute Gegner“, sagte er und versprach: „Wir können garantieren, dass wir zu 100 Prozent Einsatz zeigen werden.“

Dafür holte er Abwehrchef Antonio Rüdiger, Mittelfeldanführer Ilkay Gündogan und Flügelflitzer Leroy Sané in seinen 26-köpfigen Kader zurück. DFB-Direktor Rudi Völler sprach von „erfahrenen Spielern, die wichtig sind für das Gesamtbild zur Europameisterschaft hin“. Gündogan wird die erste Begegnung wie Robin Gosens, der ebenfalls sein DFB-Comeback feiert, wegen des Champions-League-Finals zwischen Manchester City und Inter Mailand am 10. Juni aber verpassen.

Auch Julian Brandt, Benjamin Henrichs, Lukas Klostermann und Jonas Hofmann sind wieder dabei. Müller fehlt nach Absprache mit Flick wie im März, Gnabrys Nichtberücksichtigung hat wohl auch mit dessen Knöchelblessur zu tun. „Er hat seit Wochen Probleme“, sagte Völler. Flick betonte jedoch nach zahlreichen Gesprächen: „Jeder möchte bei der Nationalmannschaft dabei sein.“

Und sich beginnend mit dem Treffen am 7. Juni in Neu-Isenburg bei Frankfurt zwölf Monate vor der EURO aufdrängen. „Die drei letzten Turniere haben wir nicht so performt, wir stehen nicht mehr an der Spitze“, gestand Flick ein und hob entschuldigend die Schultern, „das wollen wir uns Step by Step wieder erarbeiten.“

Später zur Nationalelf, die sich am Campus vorbereitet, werden auch Marc-Andre ter Stegen und Thilo Kehrer stoßen. Die derzeitige Nummer 1 ist mit dem FC Barcelona auf Japan-Reise, der Verteidiger spielt mit West Ham United am 7. Juni das Endspiel der Conference League.

Einziger Profi ohne Länderspiel im Kader ist Malick Thiaw vom AC Mailand, der allerdings zuletzt gegen Peru (2:0) und Belgien (2:3) im Kader gestanden hatte. Kevin Schade (FC Brentford) wird nach dem Ukraine-Spiel zur U21 stoßen und die Junioren-EM bestreiten.

Verzichten muss Flick weiter auf den langjährigen Kapitän Manuel Neuer. Auch Mergim Berisha sowie die Youngster Armel Bella Kotchap und Felix Nmecha stehen wegen Verletzungen nicht zur Verfügung.