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Februar 2024

Sport-Informations-Dienst (SID)

Berlin (SID) Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück. Bei der EM in Litauen peilt das Duo das Podest an – und träumt von mehr.

Die passende Lektüre für den Flug nach Litauen hatte Minerva-Fabienne Hase im Handgepäck. Die Regenbogenpresse informierte in einem mehrseitigen Artikel mit vielen Fotos über Hase und Nikita Volodin. Vom neuen „Traumpaar“ im deutschen Eiskunstlaufen war da die Rede, der Siegeszug des Berliner Kufen-Duos – ein „Eis-Wunder“.

Viel Aufmerksamkeit und Superlative: Spätestens mit dem Sieg beim Grand-Prix-Finale in Peking Anfang Dezember sind Hase und der für Deutschland startende Russe Volodin zum nationalen Spitzenduo aufgestiegen. Wunder sind bei den Europameisterschaften in Kaunas zwar nicht zu erwarten. Mit einer fehlerfreien Darbietung im Kurzprogramm (Mittwoch, ab 12.00 Uhr) und in der Kür (Donnerstag, ab 18.00 Uhr/beide Sportschau.de/ONE) ist Gold aber auch so in Reichweite.

„Wir müssen hart dafür arbeiten, wir haben starke Konkurrenz, vor allem aus Italien und Georgien. Wir können uns nicht viele Fehler erlauben“, sagte Hase, zu deren Konkurrenten auch die Berliner Annika Hocke/Robert Kunkel zählen, dem SID: „Den Titel haben wir noch lange nicht.“

Trotzdem ist das Selbstvertrauen groß. Hase und Volodin, die erst seit etwas mehr als einem Jahr zusammen auf dem Eis stehen, blicken auf eine überaus erfolgreiche Saison zurück. Nach Siegen bei den Grand-Prix-Events in Espoo (Finnland) und Osaka (Japan) folgte in Peking der bisherige Saisonhöhepunkt. Es war der erste Finalsieg einer deutschen Paarung seit den späteren Olympiasiegern Aljona Savchenko und Bruno Massot (2017/18).

Natürlich haben uns die letzten Wettkämpfe gezeigt, dass wir das Potenzial haben vorne mitzulaufen. Wir gehen mit viel Selbstbewusstsein rein“, sagte Hase. Auf den Erfolgen könne man sich aber nicht ausruhen: „Jeder Wettkampf ist ein neuer Start. Jeder Fehler kostet uns Punkte. Wir werden nicht weniger nervös sein als bei anderen Wettkämpfen.“

Sicherheit schafft die harte Arbeit im Training. Nach dem ungefährdeten DM-Titel Mitte Dezember sorgte neben einer dreitägigen Weihnachtspause auch eine Erkrankung bei Hase für eine Unterbrechung der EM-Vorbereitung. Seit ihrer Genesung arbeiteten beide wieder am gemeinsamen Rhythmus, „wir sind viele Programmteile gelaufen“, sagte Hase.

Die Choreo verinnerlichen, kleine Korrekturen an der Körperhaltung, die Elemente wieder auf den Standard bringen – es kommt auf die Details an. „Wir nutzen jede Trainingsstunde, sind immer hochmotiviert, um uns auch in Kleinigkeiten zu verbessern“, sagte Hase.

Nicht alles gelingt. Stürze im Training sind Alltag. Das Wiederaufstehen ist die gemeinsame Stärke. „Nikita hat immer eine positive Einstellung, das steckt an. Für uns gibt es keinen Tag, an dem wir nichts erreichen wollen.“

Das gilt auch bei der EM. Der Titel, sagte Hase, „wäre ein Traum, der für uns in Erfüllung geht. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.“