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Februar 2024

Landessportbünde

Ricarda Funk bei den Frauen, Fabian Vogel bei den Männern und die Rhythmischen Sportgymnastinnen des TV Dahn bei den Teams heißen die Gewinner der 2023er Landessportlerwahl des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB). Die Ehrung fand Ende Januar in der VIP-Lounge der MEWA Arena von Mainz 05 statt.

Funk zum dritten Mal in Folge Sportlerin des Jahres

Funk schaffte bei den Frauen das Kunststück, sich den Titel bereits zum dritten Mal in Folge zu sichern. Dies hatte zuletzt Bahnsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte hingekriegt, die zwischen 2016 und 2019 sogar viermal in Serie zur rheinland-pfälzischen Sportlerin des Jahres gewählt worden war. Funk war im vergangenen Jahr der historische Gold-Hattrick bei der WM im Kajak-Einer zwar nicht gelungen – dennoch hatte die 31-Jährige auch in 2023 wieder Top-Erfolge gefeiert. Bei den Europaspielen im polnischen Krakau etwa hatte sich die gebürtige Bad Neuenahrerin EM-Gold im Kanuslalom gesichert. Den Weltcup in Paris hatte Funk wegen einer Corona-Infektion verpasst. Bei der Landessportlerwahl vereinte die 1,70 Meter große Athletin stolze 38,45 Prozent der Stimmen auf sich und distanzierte ihre Konkurrentinnen damit klar.

„Richtig krasse Wertschätzung“

Funk – die von ihrer Wahlheimat Augsburg zugeschaltet wurde, wo sie seit Samstag krank im Bett lag – sprach im Interview mit Moderator Christian Döring von einer „richtig krassen Wertschätzung – ich fühle mich mega geehrt, dass ich jetzt zum dritten Mal in Folge da oben stehen darf, denn das ist definitiv keine Selbstverständlichkeit“. Bereits 2015, 2021 und 2022 war Funk dies gelungen. Platz zwei bei der 27. Auflage der Sportlerwahl erreichte wie im Vorjahr Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer vom AV 03 Speyer. Auf die 28 Jahre alte Polizeikommissarin, die bei den Europameisterschaften in Jerewan Bronze gewann, entfielen 31,23 Prozent der Stimmen. Knapp dahinter im Online-Voting landete mit 30,32 Prozent Alessa-Catriona Pröpster vom RV Offenbach/Queich. Die Bahnradspezialistin aus dem Killertal hatte ihre imposante Trophäensammlung in 2023 kräftig erweitert. Mit Pauline Grabosch, Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich wurde sie Europameisterin im Teamsprint, dazu gewann sie die U23-EM im Sprint und den Weltcup im kanadischen Milton.

Fabian Vogel vor Julian Weber und Gabriel Clemens

Bei den Männern landete Trampolinspringer Fabian Vogel vom MTV Bad Kreuznach auf dem ersten Platz. Der 28-Jährige hatte sich bei der WM in Birmingham mit seinem kongenialen Synchronpartner Caio Lauxtermann aus Cottbus seinen zweiten WM-Titel im Trampolinturnen geschnappt – und konnte es hinterher selbst nicht fassen. „Es ist eine unfassbare Ehre für mich, diesen Titel zu gewinnen“, sagte Vogel, der im Gespräch mit Döring bedauerte, dass das Synchronspringen keine olympische Disziplin ist. „Aber es ist leider so wie es ist – deswegen gehe ich in dieses Jahr auf die Einzelqualifikationen. Zum jetzigen Zeitpunkt stehe ich auf einem Olympiaplatz und die anderen müssen mich da erst einmal runterkriegen.“ Der „Herr der Lüfte“ vereinte 34,76 Prozent der Stimmen auf sich und gewann damit knapp vor Speerwerfer Julian Weber (33,78 Prozent) – der damit seinen zweiten Platz vom Vorjahr wiederholte. Der kahlköpfige Rheinhesse mit dem „Mords-Bumms“ im rechten Arm, der seit drei Jahren in Potsdam trainiert, hatte bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel den Titel zum dritten Mal in Folge gewonnen. Mit 88,72 Metern überbot der Europameister von 2022 um mehr als 30 Zentimeter seine persönliche Jahresbestleistung. Bei der WM in Budapest war das Ass des USC Mainz Vierter geworden. „Das war megagut“, urteilte Weber, den Döring via Live-Schalte unterwegs in Berlin erreichte. „Jetzt bin ich so motiviert und freue mich auf Olympia. Und dann will ich auch bei der Landessportlerwahl ganz oben stehen – das ist auch jeden Fall mein Ziel.“ Auf dem dritten Rang landete Dartspieler Gabriel Clemens vom Dartverein Kaiserslautern (31,46 Prozent). „Gaga“ Clemens hatte sich bei der PDC-Weltmeisterschaft 2022 im Ally Pally bis ins Halbfinale vorgeworfen. Weil er seinen Erfolg nach der Nominierung zum Sportler des Jahres 2022 gefeiert hatte, stand der frühere Industriemechaniker in diesem Jahr zur Wahl.

TV Dahn Maß aller Dinge

In der Kategorie „Team des Jahres“ hatte erstmals überhaupt eine Formation aus der Rhythmischen Sportgymnastik die Nase ganz vorne. Seit Jahren ist der Turnverein Dahn das Maß aller Dinge in der RSG. Das Erfolgsgeschichten sich wiederholen können, hatte das Team um Johanna Herder, Marlene Kriebel, Marie Laux, Malena Trapp und Maxima Bachmayer 2023 erneut gezeigt. Bei der DM in Düsseldorf erkämpften sich die Asse im Gruppen-Wettkampf ganze drei Goldmedaillen. Auch bei der Landessportlerwahl distanzierten die Pfälzerinnen nun die Konkurrenz. Mit 37,72 Prozent der Stimmen landeten sie vor Urs Breitenberger & Cedric Kaufmann vom GSV Neuwied, die mittlerweile in Hamburg und den USA trainieren und sich auf der griechischen Insel Kreta bei der Gehörlosen-WM der Tennis-Spieler den Titel im Doppel gesichert hatten (31,56 Prozent) sowie den Ringern des ASV Mainz 88, die unter Cheftrainer David Bichinashvili mit einem 14:13-Erfolg über den ASV Schorndorf zum vierten Mal Deutscher Mannschaftsmeister geworden waren. „Dass wir hier dabei sein dürfen, ist schon eine Ehre“, kommentiert Laux. „Dass wir die Wahl sogar gewinnen konnten, ist unglaublich.“ Und Kriebel, die mit ihren Teamkolleginnen sechs bis acht Stunden pro Woche trainiert, bekräftigte: „Wir sind unfassbar dankbar – wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet.“

Mit harter Arbeit zum Erfolg

Der Nachwuchsförderpreis, den der Landessportbund zum 14. Mal verlieh, ging mit Aurelia Eislöffel (WM-Gold im Synchron bei der Nachwuchs-WM in Birmingham) vom MTV Bad Kreuznach und Fußballer Maxim Dal (U17-Welt- und Europameister) vom FSV Mainz 05 an zwei große Talente, die in den kommenden Jahren auch bei den Aktiven für Furore sorgen dürften.

Über den von der Jury zum zehnten Mal vergebenen Trainerpreis freute sich diesmal der erfolgreiche Badminton-Coach Christian Stern vom DBV-Nachwuchsstützpunkt Kaiserslautern.

Wie LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick zeigten sich auch Sportminister Michael Ebling und Prof. Mark Pfeiffer als LSB-Vizepräsident Leistungssport begeistert von den Leistungen der Protagonisten. „Ich weiß, dass da ganz viel Arbeit dahintersteckt“, sagte Pfeiffer. „Auch die Leistung von ganz vielen Ehrenamtlern.“ Der LSB habe sich auf die Fahnen geschrieben, „sehr zielgerichtet“ die Sportarten Leichtathletik (Lauf), Rhythmische Sportgymnastik und Schwimmen zu fördern – und entsprechende Konzepte vorgelegt. Auch in die sogenannte „Traineroffensive“ setze man große Hoffnungen. Minister Ebling lobte den „starken Landessportbund, der viel dafür tut, dass wir im Bereich der Trainerinnen und Trainer mehr investieren können“.

Die Ergebnisse der Landessportlerwahl 2023 im Überblick:

Sportlerinnen
1.    Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach)                38,45 Prozent
2.   Lisa Marie Schweizer (AV 03 Speyer)           31,23 Prozent
3.   Alessa-Catriona Pröpster (RV Offenbach)    30,32 Prozent

Sportler
1.   Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach)               34,76 Prozent
2.  Julian Weber (USC Mainz)                              33,78 Prozent
3.  Gabriel Clemens (DV Kaiserslautern)             31,46 Prozent

Teams
1.   TV Dahn (Rhythmische Sportgymnastik)       37,72 Prozent
2.  Breitenberger & Kaufmann (Deaf-Tennis)      31,56 Prozent
3.  ASV Mainz 88 (Ringen)                                   30,72 Prozent

Nachwuchsförderpreis männlich
Maxim Dal (A-Junioren-Fußballer vom FSV Mainz 05)

Nachwuchsförderpreis weiblich
Aurelia Eislöffel (Trampolinturnerin vom MTV Bad Kreuznach)

Trainerpreis
Christian Stern (Badminton-Trainer DBV-Nachwuchsstützpunkt Kaiserslautern

Foto: Lauter Siegertypen (v.l.): Christian Stern (Trainer des Jahres), Marlene Kriebel und Marie Laux (TV Dahn/Mannschaft des Jahres), Fabian Vogel (Sportler des Jahres), Frank Ziegler (nahm die Trophäe für Alessa-Catriona Pröpster – Platz 3 bei den Frauen – entgegen), Ingrid Eislöffel (nahm die Trophäe für Nachwuchssportlerin des Jahres Aurelia Eislöffel entgegen), Urs Breitenberger (Platz 2 bei „Team des Jahres“), Maxim Dal (Nachwuchssportler des Jahres), Paulina Pirro (nahm die Trophäe für Ricarda Funk – Platz 1 bei den Frauen – entgegen) und Thomas Weber (nahm die Trophäe für seinen Sohn Julian Weber – Platz 2 bei den Männern – entgegen). – Foto: Stefan F. Sämmer

Quelle: www.lsb-rlp.de